Schwäbische Zeitung

Zwei Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Abtsgmünd haben am Montagabend bei Löscharbeiten Stromschläge erlitten. Gegen 20 Uhr war es im Haus einer 84-Jährigen in Abtsgmünd-Neubronn zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung gekommen. Die Frau zog sich hierbei eine Rauchgasvergiftung zu.

Die 84-Jährige und die beiden 23 und 27 Jahre alten Feuerwehrleute wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Einer der beiden Wehrmänner wurde nach ambulanter Versorgung sofort wieder entlassen. Der Andere wurde vorsorglich über Nacht im Krankenhaus behalten, konnte laut Holger Schmid, Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Abtsgmünd, das Krankenhaus am Dienstagvormittag dann aber ebenfalls wieder verlassen. „Den beiden Männern geht es wieder gut“, teilt er auf Anfrage der Aalener Nachrichten / Ipf- und Jagst-Zeitung mit.

Die Frau hingegen ist Bernhard Kohn, Pressesprecher der Polizeidirektion Aalen, zufolge weiterhin im Krankenhaus. Grund hierfür sei aber nicht die Rauchgasvergiftung, die sie bei dem Feuer erlitt, sondern vielmehr ihr schlechter Allgemeinzustand, der auf ihr Alter zurückzuführen sei.

Der Strom kam vermutlichaus einer Steckdose

Schmid vermutet, dass der Strom, der bei den beiden Wehrleuten zum Stromschlag führte, aus einer Steckdose kam. Zwar stelle die Feuerwehr bei ihren Einsätzen immer den Strom am Sicherungskasten ab, doch gebe es dennoch ein Restrisiko. Bis der Strom, der von außen hin zum Sicherungskasten führt, vom Versorger abgestellt ist, dauere es immer eine Weile. Er geht davon aus, dass die beiden Wehrleute in dieser Zeit die Stromschläge erlitten.

Die Feuerwehr müsse eigentlich bei jedem Brand mit Risiken wie Strom oder Gebäudeeinstürzen rechnen, „doch wir hoffen, dass das nicht der Fall ist“. Je nachdem wie hoch die Voltzahl des fließenden Stroms ist, könne ein Schlag auch mal lebensgefährlich sein.

Brandobjekte, bei denen Strom im Spiel ist, werden Schmid zufolge aber auch mit Wasser gelöscht. Erleidet ein Feuerwehrmann einen Stromschlag, sei es wichtig, dass er sofort ärztlich untersucht wird.

Ersten polizeilichen Erkenntnissen zufolge brach das Feuer wohl im Bereich eines Holzofens aus. Der Brandort wurde am Dienstag durch Brandermittler der Kriminalpolizei Aalen zusammen mit Kriminaltechnikern begutachtet. Die Schadenssumme wird seitens der Polizei auf etwa 50 000 Euro geschätzt. Die Ermittler schließen bezüglich der Brandursache eine technische Ursache weitestgehend aus. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen dürfte fahrlässiges Handeln als Ursache am wahrscheinlichsten sein. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

Die freiwilligen Feuerwehren aus Abtsgmünd und Hohenstadt waren mit 45 Mann und fünf Fahrzeugen im Einsatz, zusätzlich war die Drehleiter aus Abtsgmünd vor Ort. Gegen 23.30 Uhr war der Einsatz vorbei: Der Brand im Wohnzimmer war gelöscht und das Gebäude abgesichert. Durch die starke Rauchentwicklung im gesamten Gebäude ist das Haus Schmid zufolge derzeit nichts bewohnbar.

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