Was Camcorder heute können

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Deutsche Presse-Agentur

Camcorder erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Doch ihre Bedienung wird immer leichter, und die Preise für eine Neuanschaffung sinken.

„Geräte für Einsteiger gibt es schon ab 100 Euro“, sagt Hans Ernst von der Zeitschrift „Videoaktiv Digital“. Etwa das Doppelte sollten Einsteiger allerdings schon in einen neuen Camcorder investieren, um wirklich gute Geräte zu bekommen.

Besonders Hobbyfilmer profitierten von der einfachen Bedienbarkeit: „Viele Funktionen der neuen Camcorder sind selbsterklärend. Das Gerät kann sofort benutzt werden“, sagt Constanze Clauß vom Photo-Industrieverband in Frankfurt/Main. Features wie Bewegungsstabilisatoren, optimierte Zooms und HDTV-Auflösung sorgten zudem für bessere Aufnahmen. „Auch schnellen Bewegungsabläufen kann so problemlos gefolgt werden“, erklärt Clauß.

Neuste Innovation sei allerdings eine Art intelligente Automatik, mit der Camcorder das gefilmte Motiv selbstständig analysieren und die jeweiligen Aufnahme-Einstellungen automatisch anpassen, sagt Rainer Claaßen von der Zeitschrift „Audio Video Foto Bild“. Auch in diesem Jahr sind einige Neuheiten bei Camcordern zu erwarten. Einen Umbruch gebe es vor allem bei der Speichertechnik, sagt Hans Ernst. Band-Aufzeichnungen werden mittelfristig von Festplatten und Speicherkarten abgelöst, da diese über größere Kapazitäten verfügen. Speicherkarten können derzeit bis zu 32 Gigabyte aufnehmen, Festplatten sogar bis zu 250 Gigabyte.

Der Hersteller Sony bringt nach eigenen Angaben im März das neue Modell HDR-XR520V mit GPS-Empfänger auf den Markt, der das sogenannte Geotagging ermöglicht. „Dabei wird mit Hilfe von Satellitendaten bei der Aufnahme exakt der Ort festgehalten, wo gefilmt wurde“, so Marthe Leppin von Sony in Berlin. Urlauber erhielten durch das Geotagging eine Katalogisierungsfunktion ihrer Aufnahmeorte und können sich so alle eigenen Aufnahmen eines bestimmten Ortes anzeigen lassen.

Laut der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Nürnberg ist der Durchschnittspreis für Camcorder um annähernd zehn Prozent auf 399 Euro gefallen. Zwar werden neu erscheinende Camcorder fast serienmäßig mit Hochauflösung ausgestattet, dennoch erwarte der Branchendienst für 2009 eine weitere Preissenkung um fünf Prozent.

Nicht jeder technische Trend bringt dem Käufer Nutzen: Zum Beispiel verfügen viele der bandlosen Camcorder nicht mehr über den klassischen Sucher, sondern nur noch über ein Display. Bei intensivem Sonnenschein werde dieses aber unter Umständen stark geblendet, sagt Ernst. Viele Anbieter werben zudem gerade im Einsteigerbereich mit einem hohen Zoomfaktor. Oftmals sei der Zoom jedoch viel zu hoch angesetzt und bei Alltagsaufnahmen gar nicht zu gebrauchen.

Stark im Trend liegen momentan die neuen Farbvariationen der Einsteigermodelle. Dieses Jahr gebe es Camcorder in allen denkbaren Farben, sagt Hans Ernst - etwa auch in kanariengelb oder bordeauxrot. „Damit wollen Hersteller vor allem auch jüngere Zielgruppen erreichen. In der Fotobranche hat das ja sehr gut funktioniert.“   

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