Was bei unerfülltem Kinderwunsch helfen kann

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Deutsche Presse-Agentur

Es ist zum Verzweifeln: Viele Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen haben Kinder, und auch in der Werbung strahlen zahlreiche kleine Wonneproppen um die Wette. Doch der eigene Wunsch nach Kindern bleibt unerfüllt.

Das ist kein Einzelfall: Während in Deutschland jedes Jahr rund 680 000 Babys geboren werden, bleiben Experten zufolge etwa 15 Prozent der Paare ungewollt kinderlos - Tendenz steigend. „Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine enorme Belastung für die betroffenen Männer und Frauen“, sagt Anke Rohde von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Die Ärztin leitet den Bereich Gynäkologische Psychosomatik am Universitätsklinikum Bonn. Das Selbstbewusstsein könne unter dem Eindruck des „Nichtfunktionierens“ und dem Kontrollverlust über die Lebensplanung erheblich leiden.

Viele Paare denken in diesen Situationen deswegen schnell an eine künstliche Befruchtung in spezialisierten Kliniken. Doch Christian Albring, der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte in München, warnt davor, diesen Weg zu früh zu gehen. „Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, die man zuerst ausprobieren kann.“

Der erste Schritt hört sich fast banal an, ist aber durchaus effektiv: „Am besten beobachtet die Frau ihren Zyklus genau, damit man abhängig von der individuellen Zykluslänge ermitteln kann, wann der Eisprung stattfindet“, sagt der in Hannover tätige Gynäkologe Albring. „Es kommt nämlich häufig vor, dass Paare sagen 'Wir probieren schon lange', dabei aber nicht bedenken, dass sie nach einem Arbeitstag oft keine Lust mehr auf Sex haben und den Termin verpassen oder sogar nur eine Wochenendbeziehung führen.“

Entscheidend ist folglich der Geschlechtsverkehr in den Tagen um den Eisprung der Frau. Dabei ist aber darauf zu achten, vorher nicht zu häufig Sex miteinander zu haben, da es drei Tage dauert, bis beim Mann die optimale Spermienzahl gebildet wird. „In der fraglichen Zeit sollte man dann jeden zweiten Tag Verkehr haben“, rät Albring. Klappt es dann immer noch nicht, kann der Frauenarzt per Ultraschall überprüfen, ob überhaupt Eibläschen vorhanden sind.

„Wenn nach einigen Versuchen der Erfolg ausbleibt, kann der Gynäkologe die Durchlässigkeit der Eileiter prüfen sowie bei der Frau eine Hormonanalyse und beim Mann ein Spermiogramm erstellen“, sagt Albring. Diese Schritte können noch beim Frauenarzt unternommen werden. Bei verheirateten Paaren übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Ist dann allerdings noch immer kein Nachwuchs unterwegs, kann möglicherweise eine der zahlreichen Kinderwunschkliniken weiterhelfen. „Wir versuchen beispielsweise, den Zyklus mit Hilfe von Hormonen zu stimulieren und somit zu optimieren“, sagt Christian Friedrich Stoll vom Kinderwunschzentrum Berlin.

Sind beim Mann zwar Spermien vorhanden, aber laut dem Spermiogramm in der Qualität, Funktionsfähigkeit oder Beweglichkeit eingeschränkt, helfen Kinderwunschkliniken mit der sogenannten Insemination. Dabei werden die besten Samenzellen mittels eines kleinen Schlauches direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht, erklärt Stoll.

Eine weitere Möglichkeit, zum Beispiel bei einem Eileiterverschluss der Frau, ist die In-vitro-Fertilisation (IVF). „Dazu werden Eizellen entnommen und in einem Reagenzglas mit Samenzellen des Mannes zusammengeführt“, erläutert der Mediziner. Ist die Samenqualität dafür zu schlecht, können sie auch direkt in die Eizelle injiziert werden. Diesen Vorgang nennt man Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI. Die Krankenkassen übernehmen aber nur einen Teil der Kosten und diese auch nur unter bestimmten Bedingungen.

Erfolgreich sind die Versuche nicht immer, wie mehrere Studien belegen. „Die Wahrscheinlichkeit, durch sogenannte künstliche Befruchtungsverfahren wie IVF oder ICSI schwanger zu werden, liegt im Durchschnitt bei 30 Prozent“, sagt Albring.

Gynäkologische Psychosomatik an der Uniklinik Bonn: www.femina.uni-bonn.de

Infos vom Berufsverband der Frauenärzte: www.frauenaerzte-im-netz.de

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