Was 2009 auf Steuerzahler und Sparer zukommt

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Deutsche Presse-Agentur

Zum neuen Jahr treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Auch Steuerzahler, Versicherte, Sparer und Anleger sowie Immobilieneigentümer sind davon betroffen.

Vor allem mit der Abgeltungssteuer, dem neuen Gesundheitsfonds und der Erbschaftsteuerreform stehen Verbrauchern 2009 Neuerungen ins Haus:

Abgeltungssteuer:

„Sie ist die bedeutendste Neuerung für Steuerzahler im kommenden Jahr“, sagt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. Auf alle Kapitalerträge - ob Zinsen, Dividenden oder Veräußerungsgewinne - werden künftig pauschal 25 Prozent fällig. Bislang werden sie nach dem persönlichen Steuersatz besteuert.

Wertpapiererträge sind bislang sogar steuerfrei, wenn sie länger als zwölf Monate gehalten werden - die neue Regelung stellt also zum Beispiel das Fondssparen für die Altersvorsorge schlechter. Davon abgesehen warnt Spargen aber vor Panikgefühlen. Denn die meisten Deutschen investieren nicht in Wertpapiere, und bei vielen liegt der persönliche Steuersatz höher als 25 Prozent: „Das ist in den vergangenen Monaten dramatisiert worden.“

Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen:

Nach einem Beschluss der Bundesregierung sollen vom kommenden Jahr an Handwerkerkosten in höherem Umfang bei der Steuer absetzbar sein. So sollen künftig insgesamt 1200 Euro statt 600 Euro pro Jahr für Handwerksdienstleistungen abzugsfähig sein - Materialkosten ausgenommen. „Für Haushaltshilfen, Fensterputzer oder Gärtner soll der Betrag auf 4000 Euro steigen“, sagt Spargen - also für Dienstleistungskosten im Haushalt.

Krankenversicherung:

Mit der Einführung des Gesundheitsfonds fällt für Krankenversicherte beim Kassenvergleich ein Kriterium weg. Denn mit der Neuerung zahlen alle gesetzlich Versicherten den gleichen Beitragssatz - und zwar 15,5 Prozent. Wer seine Versicherung im neuen Jahr auf Herz und Nieren prüfen will, muss künftig also auf Service, Wahltarife und Bonusmodelle schauen, zählt Stefan Etgeton vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin auf: „Ich muss mir darüber klar werden, was ich von meiner Kasse erwarte.“ Wer eine persönliche Betreuung in der Geschäftsstelle in der Nähe schätzt, wählt dann eine andere Kasse als derjenige, dem eine Beratung per Hotline ausreicht. Unterschiedlich sind auch die einzelnen Wahltarif-Modelle: „Selbstbehalte, Beitragsrückgewähr oder die Unterstützung von Naturheilverfahren lauten hier die Stichworte“, sagt Etgeton. Gerade wer in der Vergangenheit immer nach dem günstigsten Anbieter gesucht hat, muss sich umstellen.

Erbschaftsteuerreform:

Für Witwer, Witwen, hinterbliebene eingetragene Lebenspartner und Kinder bringt die vom kommenden Jahr an geltende Regelung Erleichterungen: Ein Haus wird künftig steuerfrei vererbt oder verschenkt, wenn diese direkten Angehörigen das Haus im Anschluss auch bewohnen. Unabhängig vom Wert können Eigenheime dann steuerfrei übergehen, wenn sie mindestens zehn Jahre „zu eigenen Wohnzwecken“ verwendet werden, erläutern die Notarkammern der Neuen Bundesländer in Berlin. Für das steuerfreie Vererben an die Kinder darf die Immobilie nicht größer als 200 Quadratmeter sein.

Eine weitere Neuerung wird sein, dass Immobilien künftig deutlich höher bewertet werden - Freibeträge sind unter Umständen also schneller ausgeschöpft. Für Kinder gelten künftig 400 000 Euro, 500 000 Euro sind es für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner. Geschwister, Neffen und Nichten oder unverheiratete Partner dagegen sind künftig schlechter gestellt: Ihr Freibetrag wird zwar erhöht auf 20 000 Euro - vom ersten Euro darüber an werden aber deutlich höhere Steuersätze veranschlagt.

Wohungsbauprämie:

Sie erhalten Bausparer künftig nur noch dann, wenn das Gesparte tatsächlich wohnwirtschaftlich verwendet wird - also zum Beispiel für das Bauen, Kaufen oder Modernisierern, erläutern die Landesbausparkassen (LBS) in Berlin. Ausgenommen sind von der neuen Regelung Sparer unter 25 Jahren. Anspruch auf die Förderung haben Alleinstehende mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 25 600 Euro, bei Verheirateten das Doppelte.

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