Warum nicht schon früher?

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Warum nicht schon früher?
Warum nicht schon früher? (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung

Hätte, hätte, Fahrradkette. Trotzdem: Wären vor über 40 Jahren die Schienen der Härtsfeldbahn nicht in Windeseile herausgerissen worden, hätte Aalen heute möglicherweise eine unschlagbare Touristenattraktion – eine Nostalgie-Schmalspurbahn auf einer bahntechnisch echten Gebirgsstrecke. Und eine schier endlose Diskussion über Radfahrer auf dem Grüß-Gott-Wegle wäre erspart geblieben.

Aber ernsthaft – und dennoch nochmals „hätte“: Hätte man auf das, worauf sich der Technische Ausschuss jetzt geeinigt hat, nicht schon früher kommen können? Nämlich alle Fakten zusammenzutragen und zu prüfen, unter welchen Bedingungen eine Öffnung der Schättere-Trasse samt Tunnel für Wanderer und Radfahrer doch möglich sein könnte? Auch das hätte vermutlich viele Diskussionen erspart, mindestens aber ganz viel Zeit.

Weshalb sich über Jahre eigentlich alle – Verwaltung wie Rat – immer um diesen Grundsatzbeschluss gedrückt haben, mag verschiedene Gründe haben. Einer der jüngsten mag sein – und den Vorwurf muss sich das „Bündnis pro Wandertrasse“ gefallen lassen – wie verbissen auf dieser Seite gegen Radler auf der Schättere-Trasse gekämpft wurde. Möglicherweise ist es ja auch der Stadt gar nicht ungelegen gekommen, dass eine Tunnelöffnung stets nur zur Begleitmusik der Diskussion gehört hat. Denn ein billiges „Vergnügen“ wäre eine solche Öffnung sicher nicht.

Nachdem sich jetzt wohl nie eine Mehrheit für die von der Stadt mühsam ausgetüftelten, von vielen aber als völlig untauglich eingestuften Alternativrouten abzeichnet, macht einzig eine seriöse Prüfung des Themas Schättere-Trasse noch Sinn. Tja, hätte man das nicht schon viel früher tun können?

e.scheiderer@aalener-nachrichten.de

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