Warum die Janosch-Ausstellung in Ochsenhausen nicht nur Kinder fasziniert

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 Die Macher der Janosch-Ausstellung in Ochsenhausen (von links): Das Ehepaar Vera und Dietmaer Frenzel, Michael Schmid-Sax, Andr
Die Macher der Janosch-Ausstellung in Ochsenhausen (von links): Das Ehepaar Vera und Dietmaer Frenzel, Michael Schmid-Sax, Andrea Dreher und Bürgermeister Andreas Denzel. (Foto: Ferdinand Leinecker)
Ferdinand Leinecker

OCHSENHAUSEN - Mit Freude über das große Interesse begrüßte Bürgermeister Andreas Denzel die Besucher. Mehr als 250 Gäste waren am Sonntag zur Vernissage der „Janosch“-Ausstellung gekommen. Die Sommerausstellung der Stadt Ochsenhausen ist noch bis zum 6. Oktober in der Städtischen Galerie im Fruchtkasten des Klosters Ochsenhausen zu sehen. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der Galerie Kunsthaus Frenzel, Heroldstatt. Denzel war überwältigt über so einen großen Zuspruch und bedankte sich bei allen Beteiligten für das gelingen dieses Projektes.

Bevor diese Sommerausstellung eröffnet wurde, richtete Dietmar Frenzel einige Worte an die Besucher. Seine Frau Vera Frenzel und er leiten eine Galerie, das Kunsthaus Frenzel in Heroldstatt auf der Alb. Beide kennen Janosch seit vielen Jahren persönlich und so ist auch der Kontakt zwischen dem Kulturamtsleiter Michael Schmid-Sax und der Familie Frenzel entstanden. Die Chemie hat gestimmt zwischen uns und dann helfen wir gern“, erklärte Frenzel bei seiner Rede.

233 Exponate, davon 72 unverkäufliche, 62 Unikate und 90 Radierungen sind bei dieser Ausstellung zu sehen. „Janosch war nie einfach“, mit diesen Worten begrüßte die Kunsthistorikerin Andrea Dreher aus Ravensburg die Gäste im rappelvollen Fruchtkasten und führte die Besucher in die Ausstellung ein. Kein deutscher Schriftsteller habe Kinder mit seinen Büchern so geprägt wie der 1931 als Horst Eckert in Oberschlesien geborene Janosch. „Oh, wie schön ist Panama“ oder „Post für den Tiger“ sind Klassiker, die bis heute in kaum einem Kinderzimmer fehlen. Seine mehr als 150 Bücher in Millionenauflage, zahlreichen Illustrationen und Filme heute vorzustellen, würde den heutigen Zeitrahmen sprengen, sagte Dreher. Janosch eroberte die Kinderherzen im Sturm, obwohl seine eigene Kindheit wie er sagt, sein größtes Unglück war. 35 Jahre hat er gebraucht, um sie zu vergessen, sagt Janosch selbst. Obwohl er Probleme mit vielen hatte, unter anderem mit der Kirche, mit Frauen, mit Verlegern wurde aus dem mittlerweile 88 jährigen auf Teneriffa lebenden Janosch ein vielfach ausgezeichneter Künstler. Er erhielt unter anderem den Literaturpreis der Stadt München und den Deutschen Jugend Buchpreis. Seine Bilder mit ihrem unverkennbaren Zeichen- und Malstil sind voller Witz und Humor, haben aber auch Kritik an der Gesellschaft zum Thema. Janosch darauf angesprochen sagt: „Weil ich keine Kindheit gehabt habe, muss ich sie jetzt ewig nachholen.“

Schwere Kindheit verarbeitet

„Das ist nicht nur eine Kinderausstellung“, diese Feststellung war dem Kulturamtsleiter Michael Schmid-Sax besonders wichtig beim Abschluss der Vernissage. Das beweise das Interesse von vielen Erwachsenen. Janosch stehe natürlich für Kinder mit seiner Tigerente und seinem „Oh wie schön ist Panama“, aber er hat nicht nur Kinderbücher erschaffen, sondern auch Romane für Erwachsene, wo er Erlebnisse aus seiner schwierigen Kindheit verarbeitet hat.

Genau dieses „Oh wie schön ist Panama“ mit dem kleinen Bär und dem kleinen Tiger wird am Sonntag, 22. September, um 14.30 Uhr in der Kapfhalle Ochsenhausen aufgeführt. Kaum ein anderes Buch hat so viele Kinderherzen verzaubert wie die liebevolle Fabel von der Suche der beiden Freunde nach ihrem Traumland. Das Familienmusical am Sonntag, 22. September, um 14.30 Uhr in der Kapfhalle Ochsenhausen dürfte Alt und Jung verzaubern.

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