Warnstreiks bei der Bahn: Behinderungen im Süden

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Deutsche Presse-Agentur

Warnstreiks bei der Deutschen Bahn haben am Donnerstagmorgen (29.1.) vor allem im Süden Deutschlands den Bahnverkehr beeinträchtigt. Im Nah- und Fernverkehr kam es zum Teil zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen.

Die Bahn berichtete zunächst lediglich von einzelnen Ausfällen im Regional- und Fernverkehr in Süddeutschland. „Sonst rollt aber alles normal“, sagte ein Bahnsprecher. „Wir haben bisher nur wenige Einschränkungen im bundesweiten Zugverkehr feststellen können.“ Auf den Bahnhöfen wurde Zusatzpersonal eingesetzt, um Reisenden mit Informationen zu helfen. Einzelne Einschränkungen könnten sich bis in den Nachmittag oder frühen Abend hinziehen, teilte die Bahn mit.

Mehrere hundert Beschäftigte beteiligten sich an den Warnstreiks der Gewerkschaften Transnet und GDBA. Offensichtlich wurden die Aktionen gestaffelt ausgeführt, so wurde nach dem Start im Süden schrittweise auch im weiteren Bundesgebiet mit Streikaktionen der Druck auf die Bahn erhöht. Schwerpunkte sollten neben München, Nürnberg, Köln und Hamburg auch Düsseldorf, Bremen, Berlin, Saalfeld und Magdeburg sein. Die Warnstreiks sollten bis zum späten Vormittag andauern.

„Die Auswirkungen sind nicht so gravierend. Die Bahn scheint gut gerüstet zu sein“, sagte der Transnet-Streikleiter Peter Weinzierl in München. Transnet und GDBA fordern besser planbare Arbeitszeiten und zehn Prozent mehr Geld für rund 130 000 Beschäftigte. Der Konzern hat bisher jeweils ein Prozent höhere Einkommen für 2009 und 2010 sowie Einmalzahlungen angeboten. An diesem Freitag soll in Frankfurt erneut verhandelt werden.

Im Fall von Zugverspätungen und Ausfällen soll es Kulanzregelungen geben. Betroffene Fahrgäste können beispielsweise mit ihrer Fahrkarte jeweils mit dem nächsten Zug weiterfahren. Das gilt auch, wenn es ein IC oder ICE ist und sie ursprünglich ein Ticket gekauft hatten, das in diesen Zügen keine Gültigkeit hat. Darauf weist die Deutsche Bahn in Berlin hin.

Bei Fahrkarten, bei denen sich die Kunden auf einen bestimmten Zug festgelegt haben, ist die Bindung aufgehoben. Entsprechend dürfen auch Inhaber von einem Sparpreis-, Dauer-Spezial- oder einem Länder-Ticket ihre Bahnreise mit der nächstmöglichen Verbindung fortsetzen. Dabei ist es nach Angaben der Bahn auch erlaubt, gegebenenfalls einen früheren Zug zu nutzen. Fahrgäste, die auf ihre Reise verzichten mussten, weil Züge ausgefallen oder verspätet gefahren sind, können sich Tickets und Reservierungen erstatten lassen.

Das ist kostenlos bis zum 15. Februar möglich. Erstattet werden zum Beispiel auch das Schönes-Wochenende-Ticket oder das Dauer-Spezial, die üblicherweise nicht zurückgegeben werden können. Zeitkarten der Deutschen Bahn werden anteilig erstattet, wenn der Zugverkehr in deren Geltungsbereich am Reisetag gestört war. Nicht möglich sind der Deutschen Bahn zufolge Erstattungen im Voraus.

Informationen über die möglichen Folgen des Warnstreiks auf den Bahnverkehr bietet die Deutsche Bahn telefonisch unter 08000/99 66 33 an. Die Hotline ist kostenlos. Im Internet sollen Hinweise zu möglichen Behinderungen und zu eventuellem Ersatzverkehr unter www.bahn.de/aktuell abrufbar sein.

Kostenlose Hotline: 08000/99 66 33

Anrufe aus dem Ausland: + 49 1805/33 44 44 (Gebühren je nach Herkunftsland und Provider)

Aktuelle Meldungen von der Bahn: www.bahn.de/aktuell

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