Wangener Brüderpaar sorgt für Hoffnung

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Die Boxer aus Baden-Württemberg (blaue Hose) kämpften in Wangen gegen eine Auswahl aus der Schweiz.
Die Boxer aus Baden-Württemberg (blaue Hose) kämpften in Wangen gegen eine Auswahl aus der Schweiz. (Foto: susi Weber)
Redaktionssekretariat

So ganz einfach war es nicht für den BC Wangen, nach zwei Jahren Abstinenz wieder eine Boxveranstaltung auf die Beine zu stellen. Nach einigem Hin und Her mit dem Verband trat nun aber eine Auswahlmannschaft aus der Schweiz gegen baden-württembergische Boxer an – und verlor ziemlich deutlich. Dennoch: Die Zuschauer sahen Duelle auf gutem Niveau. Und: Sie dürfen sich im Jahr des 80-jährigen Vereinsbestehens auch auf eine zweite Boxnacht 2018 im Herbst freuen.

Großbritannien, Italien, Russland, Rumänien, Polen – es waren eine ganze Reihe an Nationen, die als Gegner einer baden-württembergischen Auswahl in Frage kamen, nach und nach aber absagten. Erst nach Ostern stand fest: Es wird auf eine Begegnung mit den Schweizern hinauslaufen. „So etwas ist schwierig, um dann noch vernünftig werben zu können“, ärgerte sich Wolfgang Jäger, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Schwierig war es aus Kapazitätsgründen auch für den baden-württembergischen Landestrainer Jörg Schwiperich, einen Kader aufzustellen. In ihm fand sich auch kein Boxer aus dem Allgäu oder der unmittelbaren Nachbarschaft. „Wir haben im Moment keinen, der auf diesem Niveau boxt“, gestand Jäger. Und das, obwohl regelmäßig 40 bis 50 Vereinsmitglieder das Training besuchen, darunter ein gutes Drittel Jugendlicher: „Es gibt aber immer mehr, die sich fürs reine Fitnessboxen interessieren. Auch das ist ein Weg, den wir als Verein gehen müssen und werden.“

Es war Zeit für eine Boxnacht

Nicht vernachlässigt sehen will Vorsitzender Jürgen Rölli dennoch auch den „anderen“ Weg, der Wangen in der Vergangenheit zur Box-Hochburg gemacht hatte. Die Rechnung, so lange mit einer Boxnacht zu warten, bis ein „eigener“ Boxer „hochgezogen“ ist, ging für den BCW nicht auf. „Wir wollten eigentlich nicht nur Auswärtige holen, haben es 2017 mit zwei Anfänger-Turnieren versucht, diese aber abgesagt, weil wir zu wenig Rückmeldungen bekommen haben“, erzählte Rölli. Jetzt, nach zwei Jahren, sei es einfach wieder Zeit für eine Veranstaltung gewesen. Auch, wenn es nur für einen Einlagenkampf mit Wangener Beteiligung reichte. Ihn bestritten die Brüder Emir (12) und Eren Sarigül (10) gegeneinander und ernteten das Lob des Vereins-chefs: „Die haben toll geboxt.“

Überhaupt war Rölli mit der Resonanz an Rückmeldungen am Freitagabend angesichts der Voraussetzungen und der Qualität der Kämpfe mehr als zufrieden. Er kündigte für Oktober auch gleich eine Jubiläumsveranstaltung an, bei der es möglicherweise auch eine Kombination aus Amateur- und Profibox-Wettkampf geben könnte, an der sich dann auch der Wangener Festim Kryeziu beteiligen könnte. Der Wangener Profiboxer war am Freitagabend bei der Boxnacht ebenfalls zugegen – als Betreuer seines Schützlings Dion Shabani.

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