Vorsitzender Josef Brauchle über den Fleckviehzuchtverein Biberach /Aulendorf: "Unsere Mitglieder sollten naturverbunden sein"

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Schwäbische Zeitung

SZ: Herr Brauchle, was ist das Besondere am Züchten von Rindvieh?

Josef Brauchle: Beim Züchten von Rindvieh geht es um die Erhaltung und Verbesserung einer Zuchtrichtung. Durch geeignete Zusammenführung von Besamungsbulle und Kuh wird sichergestellt, dass ein Landwirt auch in Zukunft über einen leistungsstarken Viehbestand verfügt, den er als Milch- oder zur Rindfleischproduzent nutzen kann. Unsere Fleckviehzuchttiere können im Unterschied zu anderen Zuchtrichtungen als Milch- und Fleischlieferant doppelt genutzt werden.

SZ: Warum engagieren Sie sich als Vorsitzender in diesem Verein?

Brauchle: Das Züchten macht mir viel Freude. Für mich als Landwirt ist die Zucht nicht nur ein Hobby, sondern auch beruflich von Interesse. Daraus hat sich eine Leidenschaft entwickelt. So war es selbstverständlich, mich in einem Zuchtverein zu engagieren.

SZ: Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, wenn man in den Verein eintreten möchte?

Brauchle: Man sollte naturverbunden sein und Interesse an der Viehhaltung haben. Wer sich für Erhaltung und Verbesserung seines Viehbestandes interessiert, muss sich automatisch mit dem Thema Zucht beschäftigen.

SZ: Was bietet der Verein seinen Mitgliedern?

Brauchle: Der Verein bietet Unterstützung zur Erhaltung eines qualitativ hochwertigen Viehbestandes. Durch die Nutzung von speziell entwickelter Software kann jedes Vereinsmitglied den für seinen Kuhbestand optimalen Besamungsbullen aus einer Datenbank auswählen. Dies spart dem Landwirt Zeit und Geld. Schnelle Information und Hilfe im Krankheits- und Seuchenfall sind selbstverständlich, wie bei der Blauzungenkrankheit im letzten Jahr.

SZ: Welche Aktivitäten unternimmt der Verein während des Jahres?

Brauchle: Im Januar findet unsere Hauptversammlung statt. Die betriebswirtschaftliche Lehrfahrt findet im Februar oder März für die jüngeren, aktiven Mitglieder statt. Beim Vereinsausflug besichtigen wir den Betrieb eines befreundeten Hofes. Unser Ausflug beenden wir mit der Besichtigung einer Sehenswürdigkeit in der näheren Umgebung.

SZ: Was wünschen Sie sich als Vorsitzender des Vereins für die Zukunft?

Brauchle: Dass wir Fleckviehzüchter unsere Interessenvertretung stärken. Da wir Landwirte Nachwuchsprobleme haben, heißt das für unseren Verein, dass wir uns mit anderen Fleckviehzuchtvereinen zusammenschließen müssen. Der Verein soll weiterhin das wichtige Bindeglied zwischen den Züchtern und der Rinderunion Baden-Württemberg sein.

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