Vorsitzender Hermann Lemmle über die Blutreitergruppe Michelwinnaden: "Der christliche Glaube ist uns wichtig"

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Schwäbische Zeitung

SZ: Herr Lemmle, warum lohnt es sich, bei der Blutreitergruppe Michelwinnaden Mitglied zu werden?

Hermann Lemmle: Weil bei uns ein Miteinander gepflegt wird. Nicht nur am Blutfreitag, sondern auch darüber hinaus sowie zwischen jungen und alten Mitgliedern.

SZ: Muss ein Interessierter bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um bei Ihnen Mitglied zu werden?

Lemmle: Außer dem christlichen Glauben braucht man keine Voraussetzungen mitzubringen. Wir haben aktive und passive Mitglieder, die uns unterstützen. Wer reiten kann, darf an den Prozessionen in Weingarten und Hopfenbach mitreiten.

SZ: Was ist denn das Besondere an Ihrem Verein?

Lemmle: Unsere Blutreitergruppe bekennt sich bei allen Flurprozessionen zu Gott und bittet um den Segen für Wald und Flur sowie um Gesundheit für Mensch und Tier. Besonders ist auch, bei der größten Reiterprozession Europas christliches Zeugnis abzulegen und so die Tradition zu erhalten.

SZ: Reiten bei Ihnen eigentlich auch Frauen mit?

Lemmle: Drei passive weibliche Mitglieder haben wir. Aber in Weingarten dürfen traditionell keine Frauen teilnehmen, das muss eine reine Männerwallfahrt bleiben. Manchmal haben Frauen versucht, sich einzuschmuggeln.

SZ: Mit Erfolg?

Lemmle: Bei uns nicht, aber in einer anderen Gruppe ist schon Mal eine Petra als Peter mitgeritten.

SZ: Wie läuft denn die Prozession in Weingarten ab?

Lemmle: Im Vorfeld wird geklärt, welches Mitglied noch ein Pferd braucht. Am Tag der Prozession stehen wir um 4 Uhr auf, putzen die Pferde, werfen uns in Frack und Zylinder, dann geht’s los. Der Blutritt ist ein automatischer Ablauf, da haben wir Erfahrung.

SZ: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Lemmle: Wir wollen die gute Zusammenarbeit mit aktiven und passiven Mitgliedern beibehalten. Zudem wollen wir junge Reiter gewinnen, um das religiöse Brauchtum weiterzugeben.

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