Vorsitzende Martina Heckenberger über den Braunviehzuchtverein Waldsee-Ravensburg: "Wir möchten Jugendliche begeistern"

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Schwäbische Zeitung

SZ: Frau Heckenberger, was ist für Sie das Besondere am Züchten von Rindvieh?

Heckenberger: Die Mitglieder meiner Familie sind seit über 100 Jahren Landwirte und Viehzüchter. Züchten liegt mir im Blut. Durch das Züchten erhalten wir die für uns Braunviehzüchter wichtigen Zuchtlinien. Es ist wichtig, leistungsstarkes Vieh zu züchten, damit der Landwirt einen hohen Milchertrag erwirtschaften kann. An unserer Braunviehzuchtrasse ist interessant, dass ihre Milch sehr eiweißhaltig ist und sich gut für Molkereiprodukte eignet.

SZ: Warum engagieren Sie sich als Vorsitzende in diesem Zuchtverein?

Heckenberger: In der Jugend war ich Vorsitzende des Jungzüchter-Clubs Bad Waldsee sowie des Jungzüchterverbandes. So war es für mich selbstverständlich, dass ich mich später in einem Zuchtverein engagiere.

SZ: Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, wenn man in den Verein eintreten möchte?

Heckenberger: Voraussetzung ist, dass der Interessierte in unserem Vereinsbezirk wohnt und sich für die Viehhaltung interessiert.

SZ: Was bietet der Verein seinen Mitgliedern?

Heckenberger: Wir sind an die Rinderunion Baden-Württemberg angeschlossen. Unsere Mitglieder können daher aus einer Reihe von Besamungsbullen den optimalen Samenspender für ihre Kühe auswählen. Dazu können sich Mitglieder zu landwirtspezifischen Themen beraten lassen. Informationen und Unterstützung im Seuchenfall gehören auch dazu. Da wir nur wenig Nachwuchs haben, wollen wir Jugendliche für die Zuchtarbeit interessieren und damit die Jungzüchter-Clubs beleben. Die Jugendarbeit ist mir sehr wichtig.

SZ: Welche Aktivitäten unternimmt der Verein während des Jahres?

Heckenberger: Im Dezember ist die Hauptversammlung. Jedes Jahr findet eine betriebswirtschaftliche sowie eine Zuchtlehrfahrt zu befreundeten Höfen statt. Alle Vereinsmitglieder und Senioren werden zum Jahresausflug eingeladen. Ein wichtiger Termin ist der Braunviehtag im Oktober in der Versteigerungshalle in Waldsee.

SZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Braunviehzuchtvereins?

Heckenberger: Ich wünsche mir, dass unser Verein weiter lebendig und aktiv ist. Ich hoffe, dass wir mehr Jugendliche für die Braunviehzucht und für ein Ehrenamt in einem unserer Jungzüchter-Clubs begeistern können.

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