Vor fast sieben Monaten verschwand Michelle

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Deutsche Presse-Agentur

Die achtjährige Michelle aus Leipzig verschwindet am 18. August 2008 auf dem Weg von der Schule nach Hause. Drei Tage später werden die schlimmsten Befürchtungen zur Gewissheit: Das Mädchen ist tot - und Opfer eines Verbrechens. Die Chronologie des Falles:

18. August: Gegen 15.30 Uhr verlässt das Mädchen nach den Ferienspielen den Schulhort im Leipziger Südosten. Unterwegs verabschiedet sie sich von einer Freundin. Zu Hause kommt sie nie an. Am Abend beginnt die Polizei mit der Suche.

21. August: Ein Spaziergänger entdeckt eine Leiche in einem Teich des Stötteritzer Wäldchens nahe von Michelles Schule und Wohnort. Nach einigen Stunden bestätigt sich der Verdacht: Es ist Michelle. Am späten Abend heißt es: Das Mädchen wurde ermordet.

23. August: Bei einer kirchlichen Andacht in Leipzig erinnern mehrere hundert Menschen an das ermordete Kind. Die Polizei überprüft die Alibis von mehr als 250 aktenkundigen Sexualstraftätern.

25. August: Die Stadt richtet ein Spendenkonto für die Familie ein.

27. August: Die Eltern danken der Öffentlichkeit für die große Anteilnahme. Für sie sei die Situation „außerordentlich belastend“.

28. August: Die Spurensuche in der Umgebung des Teiches und im benachbarten Park ist beendet. Beamte habe 230 Baracken, Industriegebäude, Friedhöfe und Ruinen durchkämmt.

29. August: Bei der Durchsuchung einer früheren Friedhofsgärtnerei werden ein Kinderfahrrad, ein Stuhl und ein Radanhänger sichergestellt. Wenige hundert Meter entfernt war die Kinderleiche entdeckt worden.

1. September: Inzwischen haben die Ermittler mehr als 1000 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Ob eine „heiße Spur“ darunter ist, will ein Polizeisprecher aber nicht sagen.

6. September: Bislang gingen 1200 Hinweise ein. Nach wie vor werden die pinkfarbene Kindersporttasche und Michelles Jacke vermisst.

17. September: Die Leipziger Polizei setzt nun auf freiwillige Speichelproben.

19. September: Michelle ist an einem geheimen Ort beerdigt worden.

30. September: Die Polizei hat inzwischen mehr als 9300 Leipziger befragt, 1334 Hinweise aus der Bevölkerung gingen ein - eine heiße Spur hat sich noch nicht ergeben.

6. November: Nach der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ und der Veröffentlichung eines Phantombildes gehen bei der Polizei zahlreiche neue Hinweise ein.

13. November: Ein Spürhund die Polizei führt die Polizei in den Keller eines Gymnasiums. Speichelproben von einer Schülerband und dem Hausmeister werden genommen.

18. Dezember: Vier Monate nach dem Verschwinden der Achtjährigen sind 1684 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.

9. März 2009: Nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ ist ein Tatverdächtiger gefasst. Es soll sich um einen 19-Jährigen handeln.

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