Von Matthäus zu uns – die heiligen drei Könige

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 Raimund Miller
Raimund Miller (Foto: Jochen Pfleghaar)
Kurseelsorger Raimund Miller

Es wieder soweit: Königlicher Besuch kündigt sich an. Meist in Form vierer Majestäten, die von Haus zu Haus ziehen. Drei tragen eine Krone, die vierte einen Stern. Aber das Wichtigste ist, sie bringen Gottes Segen zu den Menschen – die Sternsinger!

Diese Tradition ist sehr alt und die Weihnachtszeit ohne sie undenkbar. Ihren Ursprung finden wir im Evangelium von Matthäus (Mt). Zu Beginn des 2. Kapitels schreibt er: „Als Jesus … geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem". - Das Spannende daran ist, was Mt hier nicht sagt: Nämlich zu wievielt die ‘Könige‘ waren und von woher. - Wer aber von Mt´s Heimat Syrien aus nach Osten blickt, ahnt - von weit her. Und man sieht Magier, keine Könige.

Origines legt ihre Zahl auf 3 fest, weil Mt 2,11 von drei Gaben spricht. Tertullian macht aus den Magiern Könige und im 6. Jh. bekommen sie ihre Namen: Balthasar, persisch für ‘Lichtkönig‘; Melchior, ‘Gottesschutz‘; und Caspar, ‘Schatzmeister‘. 1162 gelangten ihre Gebeine nach Köln. „Hier wurde für die Reliquien der kostbare ‘Dreikönigsschrein‘ angefertigt. Dieser wurde Anlass zum Bau" des Kölner Doms (Becker-Huberti).

Um ihren Tag, den 06. Januar, entwickelten sich zudem viele Bräuche: Z.B. standen die drei Könige für die damals bekannten Kontinente – Asien, Europa und Afrika. Daher kommt es, dass einer mit schwarzer Hautfarbe dargestellt wird; zuerst Kaspar, dann Melchior. Von vielen Bräuchen ist das Sternsingen der Kinder übriggeblieben. So wurde in Italien Dreikönig als Geschenktag begangen, an dem die Schüler zu den Häusern reicher Leute zogen. Dieser Brauch breitete sich ums 16. Jh. bis Norddeutschland aus. Das Ziel der Kinder war es, ihr Schul- und Kostgeld zusammenzukriegen.

Seit langer Zeit ist also das Sammeln von Spenden Teil des Brauchs. Hier knüpft das Kindermissionswerk mit seiner Aktion Dreikönigssingen an, bekommt der alte Brauch einen neuen Sinn: In Gestalt der weltweit größten Aktion von Kindern für Kinder. 2019 waren allein in Deutschland wieder ca. 300.000 von ihnen unterwegs, Zielland war Peru. 2020 ist es der Libanon: Um Kindern (nicht nur) dort ein Leben in Frieden zu ermöglichen. – Hilfe wird damit zum Segen.

In diesem Sinn: Möge Christus (C+) unsere Häuser (M+) segnen (B+) und Gottes Stern uns gut durchs neue Jahr geleiten, oder wie die Sternsinger schreiben: 20 * C+M+B+ 20!

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