Von einem besonderen Rasen, guten Schiris und sehr viel Lob

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Sven Koukalund Tobias Götz

Verabschiedung im großen Rahmen: Die TSG Ehingen hat kurz vor Anpfiff des Spiels gegen Heidenheim am Sonntag den Trainer Roland Schlecker und Defensivmann Ismael Cini verabschiedet. Beide haben ein Trikot der TSG Ehingen bekommen, die Verabschiedung nahm Ehingens Fußballchef Michael Schleicher vor.

Ein Zwei-Liter-Bierglas und eine Magnumflasche Ulrichsbier gab es kurz vor dem Spiel auch für die Heidenheimer. „Ihr spielt heute ja in der Bierkulturstadt. Und wenn ihr nicht wisst, wie man aus einem Zwei-Liter-Glas trinkt, dann fragt diese Jungs“, sagte Schleicher zu den Heidenheimern und deutete dabei auf seine Mannschaft.

Mehr als 70 Helfer waren am Sonntag für die TSG Ehingen im Einsatz. Einen besonderen Dank sprach Roland Schenzle, Vorsitzender des Fördervereins, der Ehinger Handballabteilung aus. Denn die Handballer haben die Parkplatzeinweisung übernommen.

Stolz war nach dem Spiel Roland Kuch, Vorsitzender der TSG Ehingen. Denn als viele Zuschauer zu ihm gekommen sind, um sich für die tolle Organisation zu bedanken, gab Kuch das Lob sofort weiter. „Das haben alles die Fußballer gemacht. Ich finde, das war ein großartiger Tag für die TSG“, betonte Kuch.

Ein sehr besonderes Lob bekam Stadion-Platzwart Waldemar Bodarenko von den Gästen aus Heidenheim. Die Heidenheimer sind ja auf den besten Plätzen der Republik als Zweitligist unterwegs. „Euer Stadionrasen aber ist schon sehr besonders“, sagten die Heidenheimer und waren somit voll des Lobes.

Weil die Gäste mit voller Kaderstärke angereist waren, konnte Coach Frank Schmidt nach der Halbzeitpause eine komplett andere Heidenheimer Mannschaft aufs Feld schicken. Unglücklich für die Hausherren: Auch sie wechselten mehrfach, sind aber bei den hohen Temperaturen an ihre konditionelle Grenzen gestoßen. Für TSG-Kapitän Marc Steudle jedoch gab es ebenfalls einen zweiten Einsatz: Rund zehn Minuten vor Schluss wurde er nach seiner Auswechslung zur zweiten Halbzeit zurück ins Spiel geschickt.

Der FCH wollte zwei seiner Stars und wichtigsten Spieler, Sebastian Griesbeck und Kapitän Marc Schnatterer, eigentlich schonen. Zweitliga-Legende Marc Schnatterer jedoch kam zum Einsatz – und so wurden letztlich lediglich Stammtorwart Kevin Müller (der nicht mit im Aufgebot war) und Griesbeck nicht eingesetzt. Auf die Frage, ob er sich als in Wiblingen aufgewachsener Kicker an das Ehinger Stadion erinnern kann, sagte er: „Vielleicht war ich schon mal hier, aber ich kann mich nicht erinnern.“

Auch im Profikader waren einige Spieler aus dem Fußballbezirk Donau vertreten: So wurde bereits in der Anfangsphase für den verletzten Maximilian Thiel, dessen vorderes, rechtes Kreuzband riss und er somit mehrere Monate ausfällt, der 19-jährige Jonas Brändle eingewechselt. Der junge Linksverteidiger kommt ursprünglich vom FC Inzigkofen. Auch der ehemalige Ehinger Jugendspieler Andrew Owusu durfte in seiner alten Heimat einige Spielminuten verbuchen. Nach einem sehenswerten Spielzug durch das Zentrum stand der 19-Jährige plötzlich vor Ehingens Torwart Philip Banks und schob die Kugel zum zwischenzeitlichen 8:1 für die Heidenheimer ein.

Weiter im Takt: Nach der TSG ist vor dem Trainingslager. Die Heidenheimer haben nach dem Spiel noch ein Sportler-Essen im Ehinger Hotel Adler bekommen, bevor sie dann die Heimreise angetreten haben. Nicht ganz so weit fahren musste Markus Gamm, Bereichsleiter Kommunikation. Gamm kommt aus Ulm und wohnt auch noch dort. „Organisatorisch war aus unserer Sicht alles perfekt. Und ich finde es super, dass trotz der brutalen Hitze rund 1000 Zuschauer gekommen sind. Wir haben mit der TSG Ehingen definitiv den richtigen Verein rausgesucht“, so Gamm.

Unter Dauerbeschuss: Die beiden Ehinger Torhüter Matthias Grab und Philipp Banks hatten gegen die Profis alle Hände voll zu tun. Auch wenn sie bei den 13 Gegentreffern machtlos waren, glänzten sie mit etlichen Paraden und verhinderten ein noch höheres Endergebnis. Die Zuschauer zollten dieser Leistung mehrfach Respekt und gaben Szenenapplaus. Auch Torhüterkollege Vitus Eicher beglückwünschte die beiden Keeper für ihre engagierte Leistung.

Das Schiedsrichtergespann um Philipp Schlegel (SV Unterstadion, Oberliga) und seine beiden Assistenten Martin Traub (SG Griesingen, Verbandsliga) und Tobias Burger (SV Unterstadion, Landesliga) war sichtlich zufrieden nach Abpfiff. Sie hatten nur in einer Hinsicht viel zu tun: Insgesamt 13 Treffer und acht Torschützen galt es zu notieren. Die drei Männer von der Schiedsrichtergruppe Ehingen bekamen viel Lob von beiden Seiten und den Zuschauern. Auch Schiedsrichterobmann Josef „Bodde“ Rapp befand sich unter den vielen Zuschauern.

Dringend benötigte Abkühlung: Nicht nur gab es für die Spieler bei den Temperaturen pro Halbzeit eine kurze Trinkpause, auch die Sprenkleranlage hatte wohl Mitleid und versprühte reichlich Wasser während der ersten Unterbrechung. Es dauerte einen längeren Augenblick bis sie wieder ausgeschaltet wurde und das Spiel weitergehen konnte.

Trainer Frank Schmidt blickte nach Abpfiff auf die Saison in der 2. Bundesliga voraus: „Alle meine Spieler träumen vom Spiel gegen Stuttgart. Ich denke eher an Osnabrück.“ Dort findet für die Heidenheimer Ende Juli der Ligaauftakt gegen den VfL statt. „Wir brauchen einen guten Start und sind demütig angesichts der starken Konkurrenz“, sagt er.

Anpfiff verpasst: Weil er am Abend zuvor noch im „aktuellen Sportstudio“ als Torwandschütze zu Gast war (mehr dazu auf Seite 25) reichte es Jannik Sachpazidis nicht, rechtzeitig zum Spiel da zu sein. „Als ich wieder in Ehingen war war das Spiel leider schon vorbei.“

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