Von der Leyen will Hilfe für ungewollt Kinderlose

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Ungewollt kinderlose Paare in Deutschland können auf mehr Unterstützung hoffen. Auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) macht sich jetzt für verstärkte Anstrengungen bei der künstlichen Befruchtung stark.

Einige Bundesländer zeigen sich angetan vom sächsischen Vorbild. Als erstes Land zahlt Sachsen ungewollt kinderlosen Ehepaaren einen Zuschuss. „Die sächsische Lösung ist bemerkenswert“, sagte von der Leyen am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. „Wir sollten die Diskussion breit führen, und keiner sollte von vornherein seine Tür zuschlagen.“ Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind sei „viel zu ernst für politisches Zuständigkeitsgerangel“. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe sprach sich für eine Förderung künstlicher Befruchtung bei unerfülltem Kinderwunsch aus: „Es ist richtig, wenn der Staat sich hier einbringt.“

Nordrhein-Westfalen und Hessen wollen solche Zuschüsse nun prüfen. Mehrere Länder rufen laut dpa-Umfrage nach dem Bund. Der Vorreiter Sachsen zahlt ungewollt kinderlosen Ehepaaren bereits von diesem März an für die zweite und dritte Behandlung eine Pauschale von jeweils bis zu 900 Euro, für die vierte bis zu 1800 Euro.

Seit der Verteuerung um mehrere tausend Euro für die Versicherten brach die Zahl der Behandlungen bundesweit um bis zu 50 Prozent ein. Grund ist die Kürzung der Zuschüsse der Krankenkassen auf die Hälfte der Kosten 2004. Tausende Kinder weniger pro Jahr wurden deswegen seither geboren.

Thüringen, das Saarland, Berlin, Brandenburg, Bayern und Sachsen- Anhalts machen Druck für eine bundeseinheitliche Lösung. Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) sagte im Einklang mit einer Bundesrats-Forderung, am liebsten sähe sie eine Erstattung durch die Kassen.

Hier stößt sie bei Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf taube Ohren. Ihr Ministerium bleibt bei der Einschätzung, die Einschränkung der Kostenübernahme durch die Kassen sei „wohlüberlegt“. Es gehe um Familienpolitik. Länder sollten ruhig vorangehen, hieß es weiter.

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) forderte dagegen eine Finanzierung über das Ressort von der Leyens bundesweit aus Steuermitteln. Von der Leyen sagte: „Ungewollte Kinderlosigkeit betrifft die Gesundheitspolitik ebenso wie die Familienpolitik. Aber der Wunsch nach Kindern ist ganz klar auch Familienpolitik.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen