Die Kirche St. Maria war für das Blechbläser-Quartett ein sehr passender Auftrittsort, denn schon in der Bibel ist ja mehrfach v
Die Kirche St. Maria war für das Blechbläser-Quartett ein sehr passender Auftrittsort, denn schon in der Bibel ist ja mehrfach von Blasinstrumenten die Rede. (Foto: Hermann Marte)
Hermann Marte

Posaunen und Trompeten haben am Sonntagabend in der Kirche St. Maria in Jettenhausen aufgespielt. Es war für das Blechbläser-Quartett „Quattro Brass“ nicht der erste Auftritt dort. Im Gegenteil handelte es sich schon um ein Jubiläum, denn beinahe auf den Tag genau vor 15 Jahren hatten die vier Bläser ihren ersten Auftritt als Gruppe.

Das erste gemeinsame Spielen fand in einem Keller statt und war gar nicht als Einstieg in ein bleibenden Ensemble gedacht gewesen. Aber die vier Musiker harmonierten so gut zusammen, dass sich daraus dann ganz fix eine feste Gruppe bildete, die sich bei ihren Auftritten nicht zu verstecken braucht.

Die Kirche St. Maria war für das Blechbläser-Quartett ein sehr passender Auftrittsort, denn schon in der Bibel ist ja mehrfach von Blasinstrumenten die Rede. Nicht nur bei den Mauern von Jericho, deren Schicksal die Mauern von Jettenhausen zum Glück nicht teilten. Auch was die Akustik betrifft eignet sich St. Maria gut für so ein Konzert. Der Hall geht schon etwas an die Grenze und für manche Stücke wäre das kein gutes Umfeld gewesen, aber das hatte Quattro Brass bei der Auswahl der Stücke natürlich miteinberechnet und eine passende Wahl getroffen. So schadete der Klang des Raumes der Musik keineswegs sondern unterstützte die Töne sehr passend.

Das muss man natürlich erst einmal hinbekommen, aber an Ausbildung mangelt es den vier Herren ebenso wenig wie an Erfahrung. Schließlich haben drei von ihnen bereits im Musikkorps der Bundeswehr gespielt und der vierte im Bunde war auch schon in Kindertagen Solo-Trompeter. Da darf man als Zuhörer an Auswahl und Spiel ruhig gehobene Erwartungen stellen.

Die Zusammenstellung des Programms war denn auch sehr vielfältig. Zeitlich reichte sie von Johann Sebastian Bach bis zu Ennio Morricone und thematisch von der Schlossfanfare bis zur Filmmusik. Während einige der Werke schon zum Repertoire der Bläser gehört hatten, waren andere frisch einstudiert. Die meisten waren Eigenbearbeitungen, teilweise von Vorlagen die mit Blasmusik gar nichts zu tun hatten. So kam die Sonate in h-Moll von Domenico Scarlatti vielleicht manchen Zuhörer bekannt vor. Aber nicht von Bläserkonzerten, sondern als Lehrstück am Klavier.

Ihre Vielfältigkeit bewiesen die Musiker aber ebenso auf andere Weise. Walter Ruf stellte seine Tenorposaune auch einmal beiseite und griff nach dem Alphorn. Vielleicht wurde hier manchem Zuhörer zu ersten Mal gezeigt, dass dieses Instrument nicht nur langsame getragene Töne hervorbringen kann, sondern sich auch zum flotten Spiel eignet. Markus Ziegler tauschte seine Trompete bei Ave Maris Stella gegen die Kirchenorgel aus und Fritz Daschner begleitete ihn von der Empore herab am Flügelhorn, statt wie sonst an der Trompete. Der vierte im Bunde war Michael Sapulovic, der Hüne an der Bassposaune, der er den ganzen Abend lang treu blieb.

Es gab aber nicht ausschließliche Musik zu hören. Waren zwei Stücke gespielt worden trat immer Birgit Ziegler an das Mikrofon und trug Gedichte vor. Auch das ist bereits eine alte Tradition bei Quattro Brass und wurde schon von erstem Auftritt an so gemacht. Als Gattin eines der Musiker kennt Ziegler den Inhalt der Programme natürlich gut und kann auf diese Weise Gedichte aussuchen, die sich inhaltlich und stimmungsmäßig gut in das musikalische Programm einfügen.

Die Kirche war zu dem Konzert gut besucht und es gab eine Menge Applaus. Die Musiker konnten am Ende noch zwei Zugaben geben, ehe sie vom Publikum entlassen wurden.

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