Vom Kriegsopferverband zum Sozialverband

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Thomas Kassner (l.), Bürgermeister-Stellvertreter aus Kirchberg, und Monika Wieland, Bürgermeisterin von Gutenzell-Hürbel (r.)
Thomas Kassner (l.), Bürgermeister-Stellvertreter aus Kirchberg, und Monika Wieland, Bürgermeisterin von Gutenzell-Hürbel (r.) mit dem Vorstandsteam des VdK-Ortsverbands Kirchebrg/Gutenzell-Hürbel (v. l.): Heinrich Moll, Bärbel Moll, Margarete Krämer, Brigitte Huonker, Lydia Perl, Roland Huonker und Helga Rügamer. (Foto: Helmut Stebner)
Schwäbische Zeitung

Der Ortsverband Kircheberg/Gutenzell-Hürbel des Sozialverbands VdK hat sein 70-jähriges Bestehen mit einem Sommerfest im katholischen Pfarrhaus in Hürbel gefeiert. Neben Ehrungen standen auch Wahlen an. Der Vorsitzende Roland Huonker wurde im Amt bestätigt.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Roland Huonker trug Schriftführerin Bärbel Moll den Bericht über die zurückliegenden Monate so ausführlich vor, dass auch ein Fremder sich sofort in die geschilderte Situation hineinversetzt fühlte. Einen besonderen Stellenwert erhielt der Jahresausflug, der einen festen Bestandteil im Vereinsleben des Ortsverbands hat und auch weiterhin stattfinden soll. Heinrich Moll teilte der Versammlung beim Kassenbericht ein positives Ergebnis mit.

Monika Wieland, Bürgermeisterin von Gutenzell-Hürbel, übernahm die Entlastung und die darauffolgende Wahlen. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis: Vorsitzender Roland Huonker, Stellvertreterin Lydia Perl, Kassier Heinrich Moll, Schriftführerin Bärbel Moll, Frauenvertreterin Margarete Krämer sowie die Revisoren Helga Rügamer und Klara Wiest. Zehn Mitglieder wurden außerdem für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sie erhielten eine Anstecknadel und eine Urkunde vom VdK-Landesverband Stuttgart. Roland Huonker hielt anlässlich des 70-jährigen Bestehens einen Rückblick zur Geschichte und Entwicklung des VdK-Ortsverbands Kirchberg/Gutenzell-Hürbel.

Er brachte klar zum Ausdruck, dass die Betreuung der Mitglieder einen hohen Stellenwert im Vereinsleben hat und die Geselligkeit nicht zu kurz kommen soll. Bürgermeisterin Wieland würdigte die Arbeit des Sozialverbands VdK und insbesondere des Ortsverbands. Der Kreisverbandsvorsitzende Helmut Stebner bestätigte dem Verband ein gutes Miteinander und zeigte die positive Entwicklung der Mitgliederzahl auf. Der Sozialverband VdK Deutschland habe inzwischen mehr 1,8 Millionen Mitglieder. Anlässlich der 70-Jahrfeier referierte Helmut Stebner über die Entwicklung und die Erfolge des VdK – vom Kriegsopferverband zum Sozialverband. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei der VdK eine wichtige Anlaufstelle für die Kriegsbeschädigten und Kriegerwitwen mit ihren Familien gewesen. Denn Bedrückung, Not, Schmerzen und Einsamkeit seien gemeinsam besser zu ertragen und abzubauen gewesen.

Die heute noch geltende Devise der „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurde damals geprägt und ist ein Markenzeichen des VdKs geblieben, so Stebner. Fast 20 Jahre lang habe der VdK eine gesetzliche Pflegeversicherung gefordert, die für alle Bürger verpflichtend eingeführt werden müsse. Im Mai 1994 sei das Gesetz verabschiedet worden und zum 1. Januar 1995 sei die gesetzliche Pflegeversicherung in Kraft getreten. Dies seien nur ein paar Beispiele von Forderungen an die Politik, die der VdK auf massiven Druck durchgebracht habe, so Stebner.

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