Volleyball: Raben und Haching holen Pokal

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Deutsche Presse-Agentur

Bayerische Festspiele im deutschen Volleyball-Pokal: In den nationalen Endspielen im Gerry- Weber-Tennisstadion in Halle/Westfalen triumphierten die Roten Raben Vilsbiburg bei den Frauen und Generali Haching bei den Männern.

Die Niederbayerinnen, Meister und Bundesliga-Spitzenreiter, bezwangen vor 9000 Zuschauern den Dresdner SC 3:2 (25:22, 25:23, 16:25, 18:25, 15:12). Der Münchner Vorstadtclub Haching, der in der Vorschlussrunde Seriensieger VfB Friedrichshafen gestoppt hatte, wurde beim 3:1 (25:17, 19:25, 25:17, 25:18) gegen den Moerser SC seiner Favoritenrolle gerecht. Für beide Teams war es der erste Pokal-Coup.

Die Unterhachinger genossen das Bad im Regen der silbernen Plastikschnipsel - dazu ertönte die Queen-Hymne „We are the Champions“. „Wir sind sehr zufrieden, den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewonnen zu haben. Dass es am Ende so deutlich war, freut mich umso mehr“, sagte Haching-Coach Mihai Paduretu, nachdem sein Team im zweiten Anlauf nach der Finalpleite 2003 endlich den „Pott“ in den Händen hielt. Damals war Haching an Friedrichshafen gescheitert, das zuletzt eine Serie von acht Pokaltriumphen gelungen war.

„Als ich vor der Saison nach Haching gekommen bin, habe ich nicht unbedingt damit gerechnet, hier gleich Titel zu gewinnen“, sagte Routinier Marco Liefke. Moers konnte den kurzfristigen verletzungsbedingten Ausfall seines serbischen Liberos Nikola Rosic nicht kompensieren. „Hut ab vor meinen Jungs, sie haben hier alles versucht“, meinte der Coach des Tabellen-Fünften, Georg Grozer, dennoch.

Bei den Frauen löste Vilsbiburg den VfB 91 Suhl als Pokalsieger ab. Nach 2:19 Stunden Spielzeit in einer spannenden, aber von Nervosität auf beiden Seiten geprägten Partie lagen sich die „Raben“ um Spielführerin Regina Burchardt in den Armen. Ausgelassen tanzten sie im Kreis und feierten Trainer Guillermo Gallardo. „Heute war es einfach wichtig, zu gewinnen, egal wie. In den entscheidenden Momenten waren wir im Kopf stärker als die Dresdnerinnen“, sagte der Argentinier, der Vilsbiburg in seiner Premierensaison gleich zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte geführt hatte.

Das Gefühl eines Pokal-Triumphs kannte aus seinem Team bisher nur Diagonal-Angreiferin Katja Wühler. Ausgerechnet mit Dresden war sie 1999 erfolgreich gewesen. Burchardt sprach von einer „fantastischen Stimmung“ in Ostwestfalen, wo die Cup-Finals zum vierten Mal ausgespielt wurden. Beim Bundesliga-Zweiten Dresden herrschte große Enttäuschung, nachdem der dritte Pokalsieg nach 1999 und 2002 verpasst worden war. „Ich hatte schon geglaubt, dass wir hier heute gewinnen können. Nur im dritten und vierten Satz haben wir gezeigt, was wir wirklich können“, bilanzierte DSC-Coach Arnd Ludwig, der Dresden im Mai nach sieben Jahren verlassen wird.

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