Volle Ladung: Sauber sparen beim Wäschewaschen

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Deutsche Presse-Agentur

Wäsche in die Trommel, Waschpulver einfüllen, Programm einstellen und los: Durchschnittlich dreimal in der Woche ist es in deutschen Haushalten soweit - die Waschmaschine wird in Gang gesetzt.

Voll beladen ist die Trommel dabei nur selten. Oft wird die Maschine nur angestellt, weil das Lieblings-T-Shirt schnell wieder sauber sein soll. Und auch sonst läuft beim Waschen aus Sicht von Experten längst nicht alles optimal.

„Die Deutschen beladen ihre Waschmaschine nur selten wirklich voll, sie nutzen die Energiesparprogramme zu wenig, und die Waschtemperaturen sind teilweise unnötig hoch“: Zu diesen Ergebnissen kam eine repräsentative Studie von TNS Emnid, in Auftrag gegeben von der Initiative EnergieEffizienz in Berlin. Verantwortlich dafür sei vor allem die Macht der Gewohnheit. Denn obwohl sich die Maschinen in den vergangenen 20 Jahren technisch rasant weiter entwickelt haben, verfahren die meisten beim Waschen nach alten Regeln.

„Eine Handbreit Platz zu lassen - das gilt heute nicht mehr“, sagt Elke Wieczorek, Vize-Präsidentin des Deutschen Hausfrauenbundes (DHB) in Bonn. Stattdessen wird mittlerweile empfohlen, die Trommel mit leichtem Druck zu beladen. Manchmal darf es sogar noch etwas mehr sein: „Frottée-Handtücher zum Beispiel werden sauberer, wenn die Maschine richtig voll wird - dann entsteht ein Rubbeleffekt.“

„Die Maschinen sind heute so stark und kräftig, dass sie damit fertig werden“, erläutert Prof. Rainer Stamminger vom Institut für Haushaltstechnik der Universität Bonn. Energie, Wasser und damit Geld spart also, wer wartet, bis sich eine volle Ladung angesammelt hat. Im Single-Haushalt kann das dauern. Eine Lösung kann dann sein, verschiedene Wäscheposten zusammenzupacken, etwa 30- und 40-Grad-Wäsche. Es gebe zwar Maschinen mit einer Automatik, die sich auf die eingefüllte Wäschemenge einstellen. „Das ist aber trotzdem nicht so effizient wie eine voll beladene Trommel.“

Ein weiterer Fehler seien zu hohe Temperaturen. Bei knapp zehn Prozent aller Waschgänge werden 95 Grad eingestellt, hat TNS Emnid ermittelt. Da beim Waschen der größte Teil der Energie für das Erhitzen des Wassers benötigt wird, bedeutet das: Niedrigere Temperaturen sparen viel Strom. Der Hygiene tut das keinen Abbruch. „Der Trend geht heute ganz klar in Richtung 60 Grad Waschtemperatur, neuerdings sogar zum Niedrigtemperaturbereich“, sagt Wieczorek.

Das hänge zum einen mit einem komplett veränderten Textilangebot zusammen. Vieles lässt sich nur bei 30 oder 40 Grad waschen. Zum anderen gebe es aber auch große Verbesserungen bei den Waschmitteln. Wie heiß eine Textilie gewaschen werden darf, steht auf dem Wäscheetikett. Bei geringer Verschmutzung ist häufig eine niedrigere Temperatur als angegeben möglich. Das Schildchen gibt außerdem Auskunft über die empfohlenen Programme - angefangen bei der Schonwäsche bis zum Schleudern - und über das passende Waschmittel.

„Die meisten denken, dass man mit Vollwaschmittel alles waschen kann“, sagt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel in Frankfurt/Main. Das aber sei ein Irrtum, der empfindliche und bunte Wäsche schnell blass oder alt aussehen lassen könne: „In Vollwaschmitteln ist einfach alles drin, mit dem man Flecken heraus bekommt.“ Die Wäsche wird damit also schön sauber, kann aber gleichzeitig ausbleichen.

Wieczorek empfiehlt Voll- oder Universalwaschmittel deshalb vor allem für Weißwäsche und stark verschmutzte Buntwäsche, die bei höheren Temperaturen gewaschen werden kann. Für bunte Baumwollwäsche mit wenigen Flecken, etwa Bettwäsche und Handtücher, rät sie zu einem Kolor-Waschmittel ohne Bleichmittel und optische Aufheller.

Feinwaschmittel kommen immer dann zum Einsatz, wenn sich empfindliche Textilien in der Trommel befinden. „Sie schäumen stärker und bilden so ein richtiges Schaumpolster“, erklärt die Haushaltsexpertin. Dadurch werde die Wäsche auch mechanisch geschont. Komplett wird die Waschmittel-Auswahl mit einem Präparat für Wolle und Seide. Diese beiden Materialien haben laut Glassl eigene Ansprüche und reagieren auf normale Reinigungsmittel allergisch: „Wolle verfilzt, Seide kann reißen.“

Ständiges Überdosieren beim Waschmittel geht nicht nur ins Geld - es kann auch Rückstände auf der Wäsche hinterlassen. Bei einer zu geringen Waschmittelmenge kann die Maschine dagegen verkalken, Flecken lösen sich schlechter. Die auf der Packung empfohlene Menge ist ein Richtwert. Je nach Verschmutzung und Härtegrad des Wassers darf es mehr oder weniger sein. Grundsätzlich gilt: Je weicher das Wasser, desto weniger Waschmittel ist nötig. Auskünfte über die Wasserhärte gibt es beim örtlichen Wasserversorger.

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