Viele Lehrerinnen braucht das Land

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Herbert Beck
Redaktionsleiter

Biologielehrerin Aklima Adam kommt schnell zur Sache: „Es ist eine Schande, dass wir Frauen im Schulwesen es noch immer so schwer haben. Wir sind gleich gescheit, wir haben die gleichen Rechte auf eine gute Erziehung und Bildung, aber kaum jemand setzt sich für uns ein.“ Auch ihr Rektor macht sich für die Sache der Frauen und Mädchen stark: „Wir haben in diesem Sommer ganz gezielt Veranstaltungen organisiert, um bei den Bauern dafür zu werben, die Mädchen auch auf die weiterführenden Schulen zu schicken. Wir dürfen nicht nachlassen darin, für diese Überzeugung zu kämpfen. Die Frauen zumindest waren begeistert bei der Sache.“

Der Blick in seine aktuelle Schülerliste verdeutlicht die Situation. Unter den 890 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen neun und zehn befinden sich gerade 180 Mädchen. 17 Lehrkräfte sind Mohamed zugewiesen, darunter als einzige Frau Aklima Adam.

Die 22-Jährige hat zum Glück verständnisvollere Eltern. „Meine drei Brüder und vier Schwestern gingen oder gehen noch alle zur Schule. Ich war die erste, und ich habe Gehör gefunden. Ich lasse es mir auch nicht nehmen, im Unterricht das Thema anzusprechen. Das braucht unser Land.“ Aklima Adam kommt aus einem Nachbarkreis. Jarso ist ihre erste Schule, trotz der noch schlechten Ausstattung strahlt sie Optimismus aus: „Ich hoffe, dass der Neubau allen Menschen zeigt, wie wichtig die Bildung ist.“ An eine Familiengründung hat sie noch nicht gedacht: „Ich will Lehrerin sein, darin finde ich im Augenblick meine Erfüllung.“

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