Viele Krebserkrankte sind im erwerbsfähigem Alter

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Schwäbische Zeitung

Berlin (dpa/tmn) - Rund 40 Prozent aller Krebserkrankten sind zum Zeitpunkt der Diagnose im erwerbsfähigen Alter. Zur Angst um die eigene Gesundheit komme dann gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch die vor der Berufsunfähigkeit.

Tatsächlich lassen die Begleiterscheinungen der Therapie eine Berufsausübung oft kaum zu, so die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Berlin. Krebs sei die dritthäufigste Ursache für Frühverrentungen. Ein professionelles Disability Management könne es den Betroffenen jedoch erleichtern, trotz Krebserkrankung berufstätig zu bleiben.

Gerade in der schwierigen Phase des Wiedereintritts in den Beruf nach einer Therapie sei es wichtig, den Patienten zu signalisieren, wie sehr ihre Arbeitskraft geschätzt wird. Der Arbeitgeber könne den Mitarbeiter durch stufenweise Wiedereingliederung unterstützen. Hilfreich können auch reduzierte oder flexible Arbeitszeiten und die Anpassung der Arbeitsaufgaben an die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters sein. Hilfreich sei es dann, wenn im Unternehmen ein gut funktionierendes Disability Management besteht.

Disability Manager sind vor allem Vermittler zwischen Mitarbeitern, Arbeitgeber, Ärzten, Kliniken, Sozialversicherungsträger und Ämtern. Sie koordinieren den Wiedereingliederungsprozess und lotsen die Betroffenen durch das Netz an sozialen Leistungen und Anlaufstellen. Die Unternehmen haben den Angaben zufolge seit 2004 die Pflicht, für die Wiedereingliederung langzeiterkrankter Beschäftigter zu sorgen.

Krebs wird in Deutschland jährlich bei mehr als 430 000 Menschen diagnostiziert, Tendenz weiter steigend. Eine der Ursachen dafür seien die verbesserten Methoden zur Früherkennung. Dank der früheren Diagnose ist den Angaben zufolge auch die Heilungsrate und Überlebenschance nach Krebs deutlich gestiegen. So leben rund 60 Prozent aller Tumorpatienten länger als fünf Jahre mit ihrer Erkrankung. Viele können nach der Akuttherapie, manchmal sogar schon während dieser, wieder arbeiten.

Allerdings sein die Leistungsfähigkeit oft eingeschränkt. Mehr als 90 Prozent aller Patienten mit einer Tumorerkrankung klagen über Müdigkeit und Erschöpfung, die sogenannte Fatigue. Sie kann über Jahre andauern kann und die Belastbarkeit, Ausdauer und Muskelkraft in Mitleidenschaft ziehen. Weitere Folgen einer Krebstherapie können erhöhte Infektanfälligkeit beispielsweise bei einer Chemo- oder Strahlentherapie sein. Auch neurologische Störungen sowie Konzentrations-, Gedächtnisprobleme sind möglich.

Weitere Informationen: www.disability-manager.de

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