VfR kommt in Schlitterpartie nicht voran

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Schwäbische Zeitung

AALEN - Mit einem mageren 0:0 gegen Sandhausen hat sich der VfR Aalen am torarmen 20. Drittligaspieltag beteiligt. Mit besserer Chancenauswertung wäre auf glitschigem Boden aber mehr für die Gastgeber in der Scholz-Arena drin gewesen. Die Hausaufgabe für VfR-Coach Sander nun in der Winterpause: Das Angriffsproblem beheben.

Es war eine Partie, die für die gesamte Drittliga-Vorrunde des VfR Aalen bezeichnend war: Zunächst erspielten sich die Aalener nur wenige Chancen, und als sie dann im Laufe der Zeitmehr und bessere Möglichkeiten hatten, vergaben sie sie fahrlässig. Dabei tat der rutschige Boden sein Übriges, so dass beide Mannschaften Probeleme hatten, das Spiel schnell und sicher zu gestalten.

Die Aalener waren eigentlich von Beginn an am Drücker. Den ersten Aufschrei gab es aber erst, als Bader nach einem Freistoß von Stegmayer (25.) vor dem Tor zu Boden ging. Doch Schiedsrichter Manuel Kunzmann sah kein Foul der beiden Sandhausener Abwehrspieler hinter ihm. "Ich bin sonst keiner, der sich über Schiedsrichter beschwert, aber das war ein klarer Elfmeter", kommentierte Sander diese Szene später.

Boden bereitet Probleme

Linse musste erstmals ernsthaft seine Sicherheit im Kasten zeigen, als Mintzel von links abzog (30.). Das Spiel war von nun an ausgeglichener, wobei der schmierige Untergrunddas Spiel auf beiden Seiten ins Stocken geraten ließ. Zum Ende der ersten Hälfte zeigten dann auch die Sandhausener, warum sie seit neun Spielen ohne Sieg sind: Ristic legte an Alder vorbei punktgenau auf Pinto auf, doch der schoss unbedrängt aus zehn Metern weit am Aalener Tor vorbei. So ging es mit einem gerechten 0:0 in die Pause, wobei der VfR aus seinem Übergewicht bei den Spielanteilen kein Kapital schlagen konnte.

Die kurioseste Szene des Spiels gab es gleich nach Wiederanpfiff, als Bader aus der Abwehr hoch nach vorne schoss und der SV-Schlussmann den aufspringenden Ball unterlief. Doch das Glück war auf der Seite der Gäste: der Ball ging knapp daneben. Eine Minute später der nächste Aufreger: Göttlicher zog die Notbremse an Shynder kurz vor dem Strafraum - folglich setzte es den Platzverweis vom Unparteiischen.

Jetzt wurden die Räume für den VfR sichtlich größer und die Partie attraktiver. So gab es in der 67. Minute eine hundertprozentige Chance für die Gastgeber: Shynder lief nach Pass von Sailer alleine auf den SV-Schlussmann zu, spielte ihn aus und schob die Kugel Richtung Tor - jedoch zu lasch, so dass der heraneilende Beisel noch mit der Fußspitze klären konnte.

Zuschauer müssen zittern

Der eingewechselte "Bobo" Mayer setzte zwar nun positive Akzente im Spiel der Aalener, doch auch er scheiterte mit zu harmlosen Schüssen zwei Mal am Torhüter und vergab in der 80. die letzte Großchance: Freistehend setze er den Ball aus kurzer Distanz weit übers Tor. Die Nerven bei den knapp 3000 Zuschauern in der Scholz-Arena lagen blank. Auch Bouadoud verlor den Ball kurz vor Abschluss drei Mal an die Gegenspieler. Zu allem Übel verhinderte schlussendlich auch noch ein Foulpfiff des Schiedsrichters während des zielgenauen Freistoßes von Andersen in der letzten Minute den erlösenden Treffer. Zumindest ein Tor wäre für den VfR hochverdient gewesen, doch das Dilemma in der Chancenauswertung trotz Überzahl ließ zum elften Mal in dieser Saison wieder nur ein mageres Pünktchen übrig.

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