VfB verliert in Athen: "Messe ist gelesen"

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Athens Mittelblocker Andrija Geric schlich langsam aus der Halle. Am Pressetisch blieb er kurz stehen und sah sich die Statistik an. "Wir haben schlecht gespielt und gewonnen. Was passiert, wenn wir gut spielen?", sagte er mit einem Lächeln. Die Frage ist durchaus berechtigt. Der VfB Friedrichshafen hat sowohl das Hinspiel in der Arena am 11. Dezember (2:3) als auch gestern Abend in Athen gegen ein Team verloren, das mit einer hohen Fehlerquote spielt. Geric hatte gut lachen, denn er hatte den zweiten Matchball verwandelt. Er blockte VfB-Diagonalangreifer Georg Grozer.

Die 200 Zuschauer machten nach Spielschluss einen Lärm, wie wenn die Halle voll wäre. Danach jubelten die griechischen Spieler, während die Volleyballer des VfB sprachlos waren, ihre Niederlage nicht fassen konnten. "Wir haben unerklärliche Fehler gemacht", sagte Außenangreifer Lukas Divis. Und Libero Markus Steuerwald setzte noch einen drauf: "Ich weiß nicht, warum wir bei einem Fehler immer diskutieren und uns dadurch aus dem Konzept bringen. Jeder macht Fehler."

Dabei kam der VfB Friedrichshafen nach verlorenem ersten Satz, in dem Athen alles traf, hervorragend zurück. Lukas Tichacek, Joao José, Juliano Bendini, Idi, Lukas Divis, Georg Grozer und Libero Markus Steuerwald ließen die Griechen nicht mehr so ins Spiel kommen. Athens Trainer Alekos Leonis verlor auf der Bank seine Geduld. Als im dritten Durchgang sowohl sein Zuspieler Frank Depestele als auch Diagonalangreifer Liberman Agamez völlig von der Rolle waren, brachte er Athanasios Psarras im Zuspiel und Ilias Lappas auf der Diagonalen. "Wir haben Depestele und Agamez studiert.

Die neuen Spieler haben Chaos verursacht und wir waren mittendrin", sagte VfB-Außenangreifer Idi, der eine Erklärung suchte für das schwache Spiel der Mannschaft nach der 18:15-Führung im dritten Satz. Athen glich aus und nutzte jeden Fehler des VfB. Einen Satzball hatte der Deutsche Meister. Björn Andrae, Außenangreifer von Athen, machte ihn zunichte. Danach bediente Lukas Tichacek seinen Diagonalspieler Georg Grozer, doch dieser drosch den Ball ins Aus. Grozer wollte es perfekt machen. Dieser Fehler war symptomatisch für das Spiels des VfB. Athen hatte drei Satzbälle, Agamez nutzte mit einem Ass den dritten.

Im vierten Satz brachte Cheftrainer Stelian Moculescu Lukas Kampa im Zuspiel für Lukas Tichacek. Bis zum 5:5 war der Satz ausgeglichen, doch dann zog Athen davon. Depestele führte wieder gut Regie und Agamez war ebenfalls wieder im Spiel. "Wir hätten dieses Spiel niemals aus der Hand geben dürfen. Im dritten Satz haben wir Fehler gemacht, die macht kein Schüler. Ich denke, die sind überfordert, da kann man auch nichts machen. In der Kette macht immer jemand einen Fehler", sagte Moculescu. Kurze Pause: "Die Messe ist gelesen, wir brauchen gar nicht mehr ans Achtelfinale denken." Zuversicht hört sich anders an. Der VfB steht nach drei Niederlagen in Folge auf dem letzten Platz im Pool F.

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