VfB tut sich beim 3:1-Sieg sehr schwer

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"Das entscheidende ist, dass wir gewonnen haben", sagte Mittelblocker Joao José. Der Kapitän des VfB Friedrichshafens sah das Problem des Teams in der mangelnden Konzentration. "Manchmal ist es besser die Klappe zu halten und sich auf die Bälle zu konzentrieren", betonte er. Lars Dinglinger, der als Mittelblocker bei den Wuppertal Titans spielte, und sein Team haben dagegen ganz andere Sorgen. "Die Mannschaft hat gegen den VfB gezeigt, dass sie gut Volleyball spielen kann. Der gewonnene Satz kann am Ende entscheidend für den Klassenerhalt sein. Wir werden auch noch die Etatprobleme in den Griff bekommen", sagte er.

Bus springt nicht an

Keiner der 2000 Zuschauer in der Arena hätte gestern erwartet, dass die Titans dem VfB so Paroli bieten würden. Eigentlich wollte die Mannschaft mit dem Bus anreisen und gestern noch trainieren. Der Bus sprang nicht an, die Spieler fuhren mit Mietautos. Trainer Jens Larsen lag genauso krank im Bett, wie die Spieler Oliver Gies und Julian Stuhlmann. An der Außenlinie war Co-Trainerin Canan Sahin, die keine Wechselmöglichkeiten hatte. Die sieben verbliebenen Spieler aus Wuppertal boten dem VfB von Beginn an Paroli und kämpften um jeden Ball. Obwohl der VfB in den Sätzen eins und zwei immer einen klaren Vorsprung hatte, gewann er nur Durchgang eins. "Wir wollten 3:0 gewinnen, das haben wir nicht geschafft. Wuppertal hat zwar dagegengehalten, doch wir haben durch leichte Fehler das Ende der Partie unnötige in die Länge gezogen", meinte Ulf Quell. Der VfB führte 4:0, 8:5, 21:18 und 23:21, hatte aber am Ende des Satzes mit 25:27 das Nachsehen. "Wir haben, wie in Athen, leichte Fehler gemacht und die klaren Punktbälle nicht verwertet. Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen, sondern müssen im Training weiter arbeiten", betonte VfB-Außenangreifer Idi.

In den Sätzen drei und vier lief es beim VfB wieder runder, ohne aber dass die Spieler glänzten. Dass die Gäste die Partie nicht enger gestalten konnten, lag an der hohen Fehlerquote der Titans. Trotzdem war Co-Trainerin Canan Sahin mit ihrem Team zufrieden: "Ich denke, wir haben uns in Friedrichshafen gut verkauft, obwohl wir nur zu siebt waren. Die Mannschaft hat stark gespielt", sagte sie. In der Tat: Gergely Chowanski, Dirk Grübler, Lars Dinglinger, Florian Wilhelm, Gerrit Zeitler, Peter Lyck Hansen und Libero Thilo Späth ärgerten den Deutschen Meister. Lukas Tichacek (Lukas Kampa), Juliano Bendini, Joao José (Marc-Anthony Honore), Idi, Lukas Divis, Georg Grozer (Moon) und Libero Markus Steuerwald hatten zeitweise mehr mit sich zu tun als mit dem Gegner. "Der VfB ist derzeit etwas angeschlagen, aber die Mannschaft hat Qualität und kommt aus dieser kleinen Krise auch wieder heraus." Das sagte kein VfB-Akteur, sondern Wuppertals Lars Dinglinger.

Vielleicht haben sowohl er als auch Joao José recht. Der Deutsche Meister muss konzentrierter spielen, im Training sich die Sicherheit holen und wieder an seine Qualitäten glauben.

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