VfB-Trainer Veh entlassen - HSV siegt im Derby

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der sportlichen Talfahrt des VfB Stuttgart ist die zweite Trainerentlassung der Saison in der Fußball-Bundesliga perfekt. Drei Spieltage vor Ende der Hinrunde musste Armin Veh nach dem 1:4 beim VfL Wolfsburg seinen Hut nehmen.

Der Meistercoach des Jahres 2007 ist der zweite Trainer nach Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach), der in dieser Saison entlassen wurde. „Es war nicht leicht, aber der Punkt ist gekommen, an dem eine Entscheidung notwendig wurde“, begründete VfB-Sportdirektor Horst Heldt die Maßnahme nach fünf sieglosen Spielen in Serie. Die Betreuung des Teams übernehmen zunächst Markus Babbel und Rainer Widmayer.

Im Kampf um die Spitzenpositionen reift Bundesliga-Neuling 1899 Hoffenheim allmählich zum Titelkandidaten, Rekordmeister Bayern München bläst zur Aufholjagd, Hertha BSC überrascht die Liga mit einer Erfolgsserie und der Hamburger SV bleibt in Lauerstellung. Das Team von Trainer Martin Jol, das in dieser Saison bereits vier Mal die Tabelle angeführt hatte, setzte sich am Sonntag im Nordderby vor heimischer Kulisse mit 2:1 gegen Werder Bremen durch. Dank eines Traumtores von Ivica Olic (74.) zum entscheidenden 2:1 verteidigte der HSV den fünften Tabellenplatz. Allerdings droht dem Gastgeber ein unerfreuliches Nachspiel, weil der Bremer Frank Baumann vor der HSV- Fankurve von einem Gegenstand am Kopf getroffen wurde.

Ebenfalls für Wirbel sorgte am ersten Winter-Wochenende der Saison Kölns Trainer Christoph Daum, der mächtig gegen das „Saubermann- Image“ der Hoffenheimer stänkerte. „Die machen auf lieb und nett, aber was sich heute auf der Bank abgespielt hat, war das Unfairste, was ich hier im Stadion gesehen habe“, schimpfte der Kölner Coach nach der 1:3-Niederlage gegen den neuen Tabellenführer.

Daum unterstellte seinem Kollegen Ralf Rangnick, er habe mit seinen Mannen den Platzverweis gegen Kevin McKenna provoziert. Hoffenheims Coach reagierte nach dem zehnten Sieg im 14. Spiel gelassen und bestritt die Vorwürfe. „Diesen Schuh ziehen wir uns nicht an.“ Zuvor gefiel seine Elf mit kämpferischen Einsatz und kam dank Torjäger Vedad Ibisevic (2) und Demba Ba zum Sieg.

Der Neuling profitierte bei seinem Sprung an die Tabellenspitze vom Ausrutscher des bisherigen Spitzenreiters Bayer Leverkusen. Das Team von Trainer Bruno Labbadia unterlag dem Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld mit 1:2. „Wir haben heute die Handbremse zu spät gelöst und zu wenig Entschlossenheit gezeigt“, sagte Labbadia nach der Pleite bei den Ostwestfalen, die durch die Treffer von Artur Wichniarek und Daniel Halfar zum Erfolg kamen.

Punktgleich mit Bayer und drei Punkte hinter der Spitze lauert Rekordmeister FC Bayern München. Eine Woche vor dem Spitzenspiel in Leverkusen kam der Titelverteidiger zu einem ungefährdeten 4:1-Sieg gegen Schlusslicht FC Energie Cottbus. „Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit“, meinte Manager Uli Hoeneß. Der überragende Franck Ribery führte sein Team zum Sieg. Trainer Jürgen Klinsmann hat weiter die Herbstmeisterschaft im Visier: „Wir machen nach wie vor Druck auf die Zwei vor uns.“

Dem Spitzentrio auf den Fersen bleibt Hertha BSC nach drei Siegen in Serie. „Wir haben ein sehr ehrgeiziges Saisonziel, wir wollen am Ende in den UEFA-Cup kommen“, sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem 3:2-Erfolg beim VfL Bochum. Raffael, Cicero und Gojko Kacar erzielten die Treffer für die Berliner beim nun schon zehn Spiele sieglosen Revierclub.

Dank der ersten beiden Saisontore von Halil Altintop hat sich der FC Schalke 04 nach zuvor zwei Niederlagen wieder gefangen. Beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach musste sich Mittelstürmer Kevin Kuranyi wieder Pfiffe von den eigenen Fans gefallen lassen. „Es wundert mich immer wieder, dass Kevin ausgepfiffen wird. Aber das gehört dazu auf Schalke“, meinte Altintop.

Revier-Nachbar Borussia Dortmund stürzte den Karlsruher SC mit einem 1:0-Sieg durch einen Treffer von Mohamed Zidan erstmals auf einen direkten Abstiegsplatz. „Jetzt wird es entscheidend sein, ob man hier versucht seine Haut zu retten und vor der Verantwortung davonläuft - oder Farbe bekennt“, sagte KSC-Trainer Edmund Becker.

Eintracht Frankfurt hat sich mit einem 4:0-Erfolg gegen Hannover 96 ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft. Dennoch hatte Trainer Friedhelm Funkel Grund zur Kritik. „Wir haben heute wahrlich nicht unseren besten Tag gehabt. Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen“, befand der Eintracht-Coach.

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