VfB-Teamchef Babbel will „keine braven Jungs“

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Deutsche Presse-Agentur

Markus Babbel will bei seiner Feuertaufe als Teamchef des VfB Stuttgart gegen Sampdoria Genua „keine braven Jungs“.

Der Nachfolger des entlassenen Armin Veh setzt im dritten UEFA-Cup-Gruppenspiel des Fußball-Bundesligisten beim favorisierten Tabellen-13. der italienischen Serie A auf Aggressivität, Kampfkraft und unbedingten Siegeswillen. „Ich will eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die auch mal dazwischen haut“, gab der einstige Weltklasse-Verteidiger als Marschroute für die Partie aus. „Der Gegner soll merken, dass da jemand dagegen hält und unter allen Umständen die drei Punkte will.“

Um seine seit fünf Bundesligaspielen sieglosen und völlig verunsicherten Schützlinge wieder „Schritt für Schritt in die Spur“ zu bringen, will Babbel vor allem „die Blockade in den Köpfen lösen“. Im Vorfeld des UEFA-Pokal-Auftritts im Stadio Luigi Ferraris führte der 36 Jahre alte Bayer deshalb viele Einzelgespräche. Zudem lud er das in Grüppchen zu zerfallen drohende Team zu einem Brunch ein, um das Wir-Gefühl zu stärken.

Nur als absolute Einheit haben die Schwaben Chancen, angesichts des schweren Programms im UEFA-Cup und in der Liga ihre Ziele bis zur Winterpause zu erreichen. In Genua sollte der Außenseiter punkten, um sich angesichts der Ausgeglichenheit in der Gruppe C - vier Mannschaften weisen je drei Zähler auf, Sampdoria und Stuttgarts letzter Gegner Standard Lüttich haben aber erst einmal gespielt - eine optimale Ausgangslage für den Einzug in die nächste Runde zu verschaffen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Resultat erzielen“, sagte der locker wirkende Babbel vor seiner ersten Bewährungsprobe. Ein Sieg wäre ihm natürlich am liebsten.

Allerdings haben die „Blucerchiati“ („Blauumrahmten“) genannten Genueser keine ihrer letzten zehn Europapokalpartien verloren. Sampdoria-Trainer Walter Mazzarri hofft, dass diese Serie „in unserem wichtigsten Saisonspiel“ trotz einigen Respekts vor dem VfB anhält: „Die Deutschen haben einen sehr starken Sturm, aber der macht uns keine Angst. Wir sind in einer schweren Gruppe, es wäre großartig, wenn wir uns vorzeitig qualifizieren könnten.“ Babbel charakterisierte Genua als „gute, kompakte, disziplinierte Mannschaft mit Antonio Cassano als herausragendem Spieler“. Sein Team müsse „hellwach sein“, um den Top-Stürmer ausschalten zu können.

Bei Stuttgart fallen Abwehrchef Matthieu Delpierre (Entzündung am rechten Hüftmuskel), Sami Khedira (Bauchmuskelzerrung), Sebastian Rudy (Kahnbeinbruch) und Yildiray Bastürk (Trainingsrückstand) aus. Torhüter Jens Lehmann, der am Dienstag noch mit 38,8 Grad Fieber im Bett lag, flog zwar mit, sein Einsatz ist aber noch offen. Sollte der Routinier passen müssen, wäre Alexander Stolz die Alternative.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Lehmann (Stolz) - Osorio, Boulahrouz, Tasci, Magnin - Pardo - Lanig, Hitzlsperger - Elson - Gomez, Cacau

Sampdoria Genua: - Castellazzi - Campa, Gastaldello, Accardi - Padalino (Stankevicius), Delvecchio, Dessena, Franceschini, Pieri - Cassano, Bonnazzoli

Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)

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