VfB baut auf Babbel-Trend - Berlin zuversichtlich

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Deutsche Presse-Agentur

Der VfB Stuttgart baut auf den Babbel-Trend, Hertha bangt, Schalke betet: Zum Abschluss der Gruppenphase hofft das Bundesliga-Trio auf den Sprung in die lukrative K.o.-Runde des UEFA- Pokal-Wettbewerbs.

Während die Schwaben daheim gegen Standard Lüttich und die Berliner beim allerdings heimstarken Team von Olympiakos Piräus es selbst in der Hand haben, in die Runde der besten 32 Teams einzuziehen, müssen die spielfreien Schalker doppelte Schützenhilfe in Anspruch nehmen. Das Überwintern wird für die Knappen nur möglich, wenn Paris St. Germain und Racing Santander ihre Heimspiele gegen die schon qualifizierten Teams von Twente Enschede bzw. Manchester City nicht gewinnen. „Jeder kann doch die Tabelle lesen. Mehr als eine 20- Prozent-Chance gibt es nicht“, sagte Ex-Nationalspieler Olaf Thon den „Ruhr Nachrichten“ und sprach von „schlechten Karten“.

Dagegen kann und will es Stuttgart „im Spiel des Jahres“ (Teamchef Markus Babbel) gegen Lüttich aus eigener Kraft schaffen und die vom Veh-Nachfolger ausgelöste Trendwende vor der Winterpause krönen. „Wir setzen alles daran, weiterzukommen. Nach der Gruppenphase geht es doch im Europacup erst richtig los“, sagte Babbel. Allerdings schätzt der seit seinem Amtsantritt in vier Partien unbesiegte Trainer-Novize den verlustpunktfreien Spitzenreiter der Gruppe C als „unheimlich schwierigen Gegner“ ein. „Für mich ist Standard dasselbe Kaliber wie Bayern München. Wir müssen höllisch aufpassen“, warnte Babbel.

Nur ein Sieg garantiert den derzeit drittplatzierten Schwaben das Weiterkommen. Ob auch ein Punkt oder gar eine knappe Niederlage reicht, hängt vom Gruppenzweiten FC Sevilla ab. Die Spanier treten zeitgleich bei Sampdoria Genua an; primär will der Teamchef aber das Überwintern im Wettbewerb aus eigener Kraft schaffen. „Ich glaube, wir sind die bessere Mannschaft, wenn wir erneut das umsetzen, was wir in den letzten Wochen geleistet haben“, sagte Babbel, der bis auf Ludovic Magnin (Muskelfaserriss) alle Stammkräfte dabei hat. Ganz wichtig: Torjäger Mario Gomez ist wieder hundertprozentig fit.

Auch Hertha BSC will alles für den nötigen Erfolg tun. „Wenn wir bereit sind zu leiden und mit Geduld spielen, ist alles möglich“, sagte Hertha-Coach Lucien Favre vor der schweren Prüfung beim 36- maligen griechischen Champion Piräus. Dem dürfte nach Lage der Dinge ein Unentschieden genügen, um nach Galatasaray Istanbul und Metalist Charkow/Ukraine die Gruppenphase in der Hertha-Staffel zu überstehen. „Schlusslicht“ Benfica Lissabon hat nur noch theoretische Chancen.

Die Berliner Delegation flog am Mittwoch ohne Stürmer Andrej Woronin (Grippe) und Mittelfeldregisseur Gojko Kacar (Knieprellung) nach Athen. Torhüter Jaroslav Drobny konnte seine Kollegen am besten darauf einstimmen, was sie im 33 334 Fans fassenden Karaiskakis- Stadion erwartet. „In Piräus kann es sehr schwierig werden. Der Verein hat eine große und lange Tradition, dazu unglaubliche Fans, die das Team fantastisch unterstützen“, sagte der Tscheche, der einst für Panionios Athen spielte. Für Piräus spricht auch dies: Der Club ist international daheim seit zwei Jahren ungeschlagen und kann wieder auf den gefährlichen Argentinier Luciano Galletti zurückgreifen.

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