VfB bangt vor Genua-Spiel um Lehmann und Delpierre

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Deutsche Presse-Agentur

Teamchef Markus Babbel will dem am Boden liegenden VfB Stuttgart möglichst mit einem Sieg bei Sampdoria Genua wieder auf die Beine helfen.

Aber vor der dritten UEFA-Pokal-Partie in der Gruppe C beim favorisierten italienischen Tabellen-13. bangt der schwäbische Fußball-Bundesligist um den Einsatz der Leistungsträger Torhüter Jens Lehmann und Abwehrchef Matthieu Delpierre. „Lehmann liegt mit 38,8 Grad Fieber im Bett“, sagte Babbel. Delpierre habe Probleme im Adduktorenbereich.

Vor der richtungweisenden Partie in Genua am 27. November will Babbel das Team vor allem mental aufbauen. Nach fünf Punktspielen ohne Sieg in Serie steckt das Selbstvertrauen der schwächelnden Schwaben tief im Keller. „Wir werden versuchen, Schritt für Schritt in die Spur zu kommen“, sagte der 36 Jahre alte ehemalige zweite Assistent an seinem erst dritten Tag als Chef des Trainerstabs. „Ich werde mir einiges einfallen lassen.“ Er wolle eine Mannschaft, die nicht nur reagiere, sondern auch agiere.

Der bei Ex-Trainer Armin Veh zuletzt etwas ins Abseits geratene Thomas Hitzlsperger spielt für Babbel „eine ganz wichtige Rolle“. Hitzlsperger sei sein Ansprechpartner und bleibe Kapitän. „Er ist in der Pflicht, die Fahne oben zu halten“, forderte der Teamchef Verantwortung und Führungsqualität vom Nationalspieler.

Bis zu drei muss der VfB auf Nachwuchstalent Sebastian Rudy verzichten. Der 18 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich im Training einen Kahnbeinbruch im linken Fuß zugezogen. „Er hatte gute Chancen zu spielen“, bedauerte Babbel den langfristigen Ausfall Rudys, den er vom Drittliga-Team wieder zu den Profis geholt hatte.

Indes hat Veh seine Kritik an der Einkaufspolitik des VfB nach der Meistersaison 2007 verteidigt. „Es waren Aussagen, von denen ich glaube, dass sie sinnvoll sind. Ich glaube, es bringt nichts, sich in die Tasche zu lügen“, sagte der 47-Jährige im Interview mit der „Bild“-Zeitung. Veh hatte am vergangenen Freitag erstmals eingeräumt, dass die sportliche Führung nach dem Titelgewinn „nicht die richtigen Leute geholt“ habe und dabei auch die beiden Sportdirektoren Horst Heldt und Jochen Schneider sowie sich selbst namentlich erwähnt.

Veh führte als einen Grund für seine Entlassung nach 34 Monaten Tätigkeit in Stuttgart seine Aufrichtigkeit an: „Ich bin auch an meiner Ehrlichkeit gescheitert. Aber ich finde es wichtig, sich auch eigene Fehler einzugestehen und diese zu analysieren.“ Der gebürtige Augsburger verteidigte seine Philosophie: „Ich habe meinen Weg und meine Gedanken.“ Er sei keiner, der in Aktionismus verfalle, lasse sich auch auf die Ideen anderer ein. „Aber ich lasse mich nicht verbiegen.“

Veh-Nachfolger Babbel und Rainer Widmayer, der im Gegensatz zum Teamchef die erforderliche Trainerlizenz besitzt, sollen auf jeden Fall bis zur Winterpause amtieren. Ein Engagement darüber hinaus in verantwortlicher Position hängt wohl von sportlichen Erfolgen ab. Heldt teilte aber mit, dass Widmayer über den 30. Juni 2009 beim VfB bleiben werde, „egal, was passiert“. Babbels aktueller Vertrag endet nach dieser Runde. Dem Ex-Nationalspieler fehlt die erforderliche Lizenz, um ohne Sondergenehmigung auch in der kommenden Saison als Cheftrainer arbeiten zu können. „Wir werden die Vertragssituation klären“, versicherte Heldt.

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