Verrücktes Duell Borowski - Pizarro

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Mit diesem verrückten Wiedersehen hatten weder Verlierer Tim Borowski noch Sieger Claudio Pizarro gerechnet.

Zwar durften sich beide beim 5:2 (2:0)-Triumph von Werder Bremen über den FC Bayern München über eigene Tore freuen und wurden auch beide vom Anhang der Gäste gefeiert, aber Borowski verließ die Allianz Arena trotz seines ersten Doppelpacks im Bayern-Trikot völlig frustriert. „Ich kann es nicht fassen, dass wir fünf Dinger kassiert haben. Das war eine absolut desolate Leistung von uns“, sagte der 28 Jahre alte Mittelfeldakteur, der als Einwechselspieler mit seiner doppelten Ergebniskorrektur beim Stand von 0:5 der einzige Lichtblick im Bayern-Spiel war.

Borowski hofft nun auf einen „Weckruf“, Pizarro erwachte ausgerechnet an alter Wirkungsstätte, wo er von 2001 bis 2007 kickte, aus seinem Champions-League-Schlaf. Nach dem 0:0 gegen Famagusta war der Peruaner noch Hauptziel der Kritik, gegen seinen Ex-Club zeigte der Stürmer, dass er das Toreschießen noch nicht verlernt hat. Vor der Pause ließ der Angreifer bei einem Pfostentreffer sein Können aufblitzen und narrte dabei Freund Martin Demichelis, nach dem Seitenwechsel erhöhte er zum zwischenzeitlichen 4:0.

„Normalerweise kann man hier nicht so einfach gewinnen, aber der Wille war so groß“, sagte der vom FC Chelsea ausgeliehene Peruaner. „Wir können Meister werden“, meinte der 29-Jährige, der nach seinem Tor aus „Respekt“ vor den Münchnern nicht zum großen Jubel ansetzte, sondern still genoss. Dass er sich trotz eines Jahres in England noch nicht ganz aus München verabschiedet hat, deutete sich nach dem Spiel an. Er verließ die Arena auf dem Weg, auf dem die Bayern-Profis gehen und nicht auf dem Gäste-Pfad.

Während der Neu-Bremer also auf einen Schub durch den Sieg setzt, baut Borowski auf eine lehrreiche Lektion durch den Ex-Club, für den er mehr als ein Jahrzehnt die Schuhe geschnürt hatte. „Nach so einer Leistung ist Kritik sicher angebracht. Aber Fehler sollte man nicht beim Nachbarn suchen, sondern bei sich selbst“, sagte der 33-malige Nationalspieler, der durch den Einsatz Werbung für mehr Spielzeit machte. „Die nächsten Tage werden sicherlich nicht angenehm. Aber die Meisterschaft ist noch nie am fünften Spieltag entschieden worden.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen