Verein will Kindern in Indien bessere Zukunft ermöglichen

Redakteurin

Bei der Spendenaktion „Helfen bringt Freude“ der Schwäbischen Zeitung kommen Jahr für Jahr über eine Million Euro an Spenden zusammen. Das Geld wird an viele verschiedene wohltätige Organisationen verteilt. Aus dem Kreis Tuttlingen sind in diesem Jahr wieder einige neu dazu gekommen.

Eine davon ist die Organisation „Helfen, wo Christen leiden“. Der Verein rund um den Möhringer Sebastian Braun hat bereits vor über zehn Jahren ein Kinderheim in Indien errichtet. Um den Kindern der Region eine bessere Zukunft zu ermöglichen, ist nun in Aswaraopeta eine englischsprachige Schule gebaut worden. „Durch Corona ein bisschen verspätet, ist sie zu Beginn des Jahres fertig geworden“, sagt Sebastian Braun. Die ersten 30 Schüler hätten auch schon mit dem Unterricht gestartet.

Meist ein bis zwei Mal im Jahr reist Braun nach Indien, um vor Ort nach dem Rechten zu sehen. „Ich bin wirklich mit viel Herzblut dabei“, sagt der Möhringer, der vor rund 15 Jahren den Vorsitz des Vereins von seinem Vater Hans Martin Braun übernommen hat. Seine letzte Reise nach Indien liegt nun aber schon ein bisschen zurück: „Zuletzt war ich im März 2019 dort. Durch Corona hat das die letzten zwei Male nicht geklappt. Wir haben viel über Zoom besprochen. Aber es ist nicht das gleiche, wie vor Ort zu sein“, sagt Braun.

Das gesammelte Geld möchte die Organisation in die Schule investieren. „Indien ist multikulti. Es gibt super viele verschiedene Sprachen, die dort gesprochen werden. In unserer Schule wird auf Englisch unterrichtet, sodass die Kinder bessere Zukunftschancen haben“, erklärt er. Allerdings seien englischsprachige Lehrkräfte eben auch teurer.

Die Schule an sich ist kombiniert. Das heißt: Ein Teil der Schüler ist aus dem Heim, das Braun gebaut hat. Diese Schüler erhalten den Unterricht kostenlos. Ein anderer Teil der Schüler zahlt dafür. Ziel ist, dass die Kinder der zahlenden Familien die nicht zahlenden Kinder finanziell auffangen. Braun arbeitet darauf hin, dass die Kinder selbstständig werden, denn Zwangshochzeiten kämen immer noch häufig vor. „Als ich angefangen habe, sind die Mädchen aus dem Kinderheim teilweise so schnell verheiratet worden, dass ich nichts mehr dagegen tun konnte“, erinnert er sich.

Mittlerweile führt er mit den Mädchen gezielt Gespräche und bietet an, sie bei der Ausbildung zu unterstützen und die Kosten zu übernehmen. Zwei davon seien jüngst mit ihrer Ausbildung zur Krankenschwester fertig geworden. „Das macht einen wirklich stolz. Man merkt, wie viel Bewunderung sie von den jüngeren im Heim bekommen“, sagt Braun, der schon häufig das Leid der Kinder hautnah miterlebt hat. Die Schule soll dieses Leid vergessen lassen und den Kindern ein normales Leben ermöglichen.

„Besonders liegen uns die Kinder am Herzen, die hoffnungs- und heimatlos auf der Straße von der Hand in den Mund leben. Sie kämpfen jeden Tag ums Überleben“, schildert er. Braun hofft, dass er im kommenden Jahr wieder nach Indien fliegen kann. „Auch mein Vater ist mit seinen 87 Jahren eigentlich jedes Jahr dabei“, erzählt er.

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