Verbeugung vor Bill Withers: José James mixt Soul und Jazz

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José James
José James erweist Bill Withers seine Ehre. (Foto: Cherry Chill/Blue Note/Universal Music / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Kann man „Use Me“, „Ain't No Sunshine“ oder „Lovely Day“ besser singen als Bill Withers, der diese Songs vor über 40 Jahren berühmt gemacht hatte? Nein, wird sich José James gedacht haben - nicht besser, aber vielleicht etwas anders.

Daher bleibt der oft als „Jazz-Sänger für die Hip-Hop-Generation“ gelobte US-Amerikaner zwar im Großen und Ganzen Withers' Gospel-Soul-Färbung treu, wählt aber bei Arrangements und Improvisationen einen freieren Ansatz. Der 40-Jährige mit panamaisch-irischen Wurzeln hat sich für sein Tribute-Album „Lean On Me“ nicht nur eine beeindruckende Afro-Frisur zugelegt, sondern auch eine Stilmixtur, die Soul- und Jazz-Fans gleichermaßen gefallen wird.

Mit einer fantastischen Band um Wunder-Bassist Pino Palladino und den jungen Jazz-Pianisten Kris Bowers zelebriert James Withers-Hits wie „The Two Of Us“ oder „Lean On Me“, die in ihrer sanften Lebensfreude bis heute wirken. Aber auch unbekanntere Stücke wie „Hello Like Before“ und „Who Is He“ poliert er dank seiner unendlich wandlungsfähigen Stimme frisch auf.

Die kompetente Produktion von Blue-Note-Chef Don Was (Joe Cocker, Bob Dylan) tut ein Übriges, um den Liedern neue Facetten abzugewinnen, ohne sie in ihrem souligen Kern anzutasten. Eine schönere Würdigung hätte sich Bill Withers, der Anfang Juli 80 Jahre alt wurde, jedenfalls kaum wünschen können.

Die Verbeugung kommt freilich auch von einem Musiker, der so etwas erwiesenermaßen kann: Mit „Yesterday I Had The Blues“ erinnerte José James vor drei Jahren stilsicher und sachkundig an eines seiner großen Vorbilder, die legendäre Jazz-Sängerin Billie Holiday (1915-1959), zu ihrem 100. Geburtstag.

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