Verbandsliga: Hüben wie drüben fehlte ein wenig Glück

Lesedauer: 7 Min
Schwäbische Zeitung

Ehingen - Am dritten Spieltag der Verbandsliga-Saison hat es den SSV Ehingen-Süd erwischt. Nach zwei Siegen gaben die Kirchbierlinger erstmals Punkte ab – 1:2 verlor Süd gegen den TSV Essingen, der einer der Top-Favoriten auf die Meisterschaft ist. Dass diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist und der TSV selbst auch nach oben strebt, deutete die mit Ex-Profis gespickte Mannschaft aus dem Ostalbkreis in Kirchbierlingen an. Essingen forderte von Beginn an den Ball und attackierte den SSV tief in dessen Hälfte. „Wir wollten das Spiel machen“, sagte TSV-Trainer Erdal Kalin.

Der SSV Ehingen-Süd ließ sich den Schneid nicht abkaufen, machte den Gästen das Leben schwer und hatte ebenfalls Chancen – oft eingeleitet von Filip Sapina mit klugen Zuspielen in die Spitze. Doch das 1:0 und später das 2:0 gelang den Gästen, die damit im dritten Spiel erstmals selbst trafen – zuvor hatte Essingen 0:0 gegen Dorfmerkingen gespielt und durch ein Eigentors des Gegners 1:0 in Wangen gewonnen. Nun trug sich ersmals ein TSV-Spieler in die Torschützenliste ein: Serdal Kocak, vom Verbandsliga-Absteiger Schwäbisch Hall verpflichtet, war zweimal erfolgreich. Wenige Tage zuvor, beim Sieg im WFV-Pokal in Buch, hatte Kalin seinen Stürmer wegen dessen Adduktorenproblemen noch geschont, damit er gegen Süd in der Liga auflaufen kann. Mit seinen beiden Treffern erfüllte er die Erwartungen des Trainers. „Kocak hat gezeigt, dass er eine Waffe ist“, sagte Erdal Kalin. Doch Kocak ließ auch zwei gute Chancen aus, ebenso wie sein Partner im TSV-Angriff, Stani Bergheim. Bergheim, in der Vorsaison mit 15 Treffern bester Essinger Torschütze, ist in der neuen Spielzeit bisher glücklos.

Dies lässt sich von Hannes Pöschl vom SSV Ehingen-Süd nicht sagen – Pöschl erzielte gegen Essingen den Anschlusstreffer zum 1:2. Pöschl hatte, weil mit Daniel Haas und Daniel Maier zwei Spieler für die rechte Außenbahn ausgefallen waren, zunächst nicht als Angreifer, sondern im Mittelfeld begonnen, ehe er nach dem 0:2 und der Auswechslung von Aaron Akhabue in die Spitze rückte. Kaum in der vordersten Linie, traf Hannes Pöschl erst den Innenpfosten und wenige Minuten später ins Tor. Es war nicht nur Essingens erstes Gegentor im Verbandsliga-Jahr 2018/19, sondern Pöschls bereits dritter Treffer in der laufenden Saison – alle schön verteilt, in jedem Spiel war der Torjäger von Süd bisher erfolgreich. Dagegen blieb Semir Telalovic ein zweiter Saisontreffer trotz starker Leistung verwehrt, TSV-Keeper Philipp Pless verhinderte ihn mit einer starken Parade.

„Kleinigkeiten“ hätten letztlich den Ausschlag gegeben, dass Süd leer ausging, sagte Co-Trainer Michael Turkalj, der Trainer Michael Bochtler noch einmal vertreten hatte. Turkalj verwies damit nicht nur auf die vergebenen Möglichkeiten, sondern auch auf die beiden Fehler, die die Essinger mit ihren Toren bestraft hatten. Doch das Glück fehlte in manchen Szenen auch dem TSV, dem zweimal zu Unrecht ein Strafstoß verweigert wurde, die aber auch aus dem Spiel heraus Chancen hatten, um ihre Führung auf 3:0 auszubauen. Unterm Strich ging der Sieg der ambitionierten Gäste in Ordnung.

Dies galt auch für das 3:0 des FV Olympia Laupheim im Duell von zwei bis dahin punktlosen Mannschaften gegen Wangen. Während Wangen weiterhin blank dasteht, schrieb sich der Aufsteiger aus Laupheim nach zwei knappen Niederlagen erstmals Punkte gut. „Beiden Mannschaften merkte man in der Anfangsphase die große Verunsicherung nach den Auftaktniederlagen an“, sagte Olympia-Trainer Hubertus Fundel. „Doch nach dem Seitenwechsel haben wir uns das Glück und den Sieg verdient.“ Nach dem 0:0 zur Pause trug vor allem Stürmer Simon Dilger mit seinem Doppelpack in der 72. und 74. Minute zum Umschwung bei, kurz vor Schluss verwandelte Fabian Ness noch einen Elfmeter zum 3:0-Endstand. Jubel bei Laupheim.

Die geschlagenen Allgäuer, die zuvor schon gegen Ehingen-Süd (1:3) und Essingen (0:1) verloren hatten, waren indes bedient. „Durch zwei Geschenke, bedingt durch individuelle Fehler, haben wir das Spiel verloren“, sagte FCW-Trainer Adrian Philipp, der seinen Spielern noch ein paar Worte mit auf den Weg gab. „Wir werden jetzt sehen, wie sich der Verein und das Team nach eineinhalb Jahren Erfolg in den kommenden Wochen nach diesem verpatzten Saisonstart verhalten.“ Verzichten muss Philipp im nächsten Spiel gegen Rutesheim auf Niklas Hartmann. Gegen Laupheim eingewechselt, nahm er nur vier Minuten am Spiel teil, ehe er mit der zweiten Gelben Karte zum Duschen geschickt wurde – wobei eine Dusche nach einem so kurzen Einsatz womöglich gar nicht nötig war. (aw)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen