Valentin Wernz holt WM-Silber mit Staffel

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 Profi-Triathlet Valentin Wernz klatscht Nina Eim bei der Mixed Team Relay Weltmeisterschaft in Hamburg ab. Am Ende landet das d
Profi-Triathlet Valentin Wernz klatscht Nina Eim bei der Mixed Team Relay Weltmeisterschaft in Hamburg ab. Am Ende landet das deutsche Nationalteam mit der Staffel auf Platz zwei und holt Silber. (Foto: Jörg Schüler)
Simon Schneider

Die Reise nach Hamburg zur World Triathlon Series (WTS) hat sich für den Profi-Triathleten Valentin Wernz gleich in doppelter Hinsicht gelohnt. Mit Platz 19 erreichte er im Einzelstart sein bestes WTS-Ergebnis und toppte diesen Erfolg am Tag darauf mit der Staffel der Deutschen Triathlon Union. In der Mixed Team Relay holte das Quartett der deutschen Nationalmannschaft um Valentin Wernz die Silbermedaille und wurde Vizeweltmeister.

Hamburg war am vergangenen Wochenende der Treffpunkt der internationalen Triathlonszene. In der Hafenstadt duellierten sich im Einzelrennen und in der Mixed Team Relay die besten Triathleten in der World Triathlon Series, der weltweit höchsten Klasse. Einer davon war der Tuttlinger Valentin Wernz.

Das Wochenende startete für den 24-Jährigen bereits beim Einzelrennen verheißungsvoll. 750 Meter schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad und eine fünf Kilometer lange Laufstrecke mussten die Spitzenathleten bewältigen. An mittlerer Position stieg der Tuttlinger aus dem Wasser. Auf dem Rad war bereits nach wenigen Kilometern deutlich, dass sich eine große Spitzengruppe entwickelte. Auf der nassen Fahrbahn gab es mehrere Stürze, bei denen Valentin Wernz außen vor war.

Nach einem schnellen Wechsel ging er als einer der ersten auf die Laufstrecke und rannte den ersten Kilometer im Vorderfeld mit. Vom extrem hohen Tempo, dass von den Ersten der Weltrangliste, dem Spanier Mario Mola und dem Franzosen Vincent Luis, in einer sechsköpfigen Führungsgruppe bestimmt wurde, musste der Tuttlinger ablassen. Dennoch gelang ihm mit 49 Sekunden Rückstand auf den Sieger Jacob Birtwhistle aus Australien mit Platz 19 ein Ergebnis unter den Top 20. „Es war mit Abstand mein bestes Ergebnis und meine beste Leistung in der WTS. Beim Laufen bin ich es aber zu Beginn etwas zu schnell angegangen“, sagte Wernz unserer Zeitung. Bester Deutscher wurde Justus Nieschlag auf Rang sieben.

Und bei diesem Erfolg sollte es für Valentin Wernz in Hamburg nicht bleiben. Der Bundestrainer Faris Al-Sultan nominierte ihn für einen weiteren WTS-Wettkampf, der Mixed Team Relay, die am Tag darauf stattfand und zugleich als Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Gemeinsam mit Laura Lindemann, Nina Eim und Justus Nieschlag startete der 24-Jährige am Sonntag für die deutsche Nationalmannschaft in der Staffel.

Jeder der Triathleten musste einen gesamten Triathlon über 300 Meter Schwimmen, sieben Kilometer Radfahren und eineinhalb Kilometer Laufen absolvieren, ehe an den Teamkollegen abgeklatscht werden durfte. Für das deutsche Quartett ging die derzeit beste deutsche Triathletin Laura Lindemann an den Start, die als Führende an Valentin Wernz übergab.

Der Tuttlinger zeigte ebenso eine starke Leistung in allen drei Disziplinen, überzeugte mit schnellen Wechseln, behauptete sich in der Spitzengruppe und schickte schließlich auf Rang zwei liegend Nina Eim los. Eim und auch Nieschlag hielten den Anschluss zu den führenden Franzosen, die mit Vincent Luis ihren Schlussmann im Aufgebot hatten. Nieschlag kämpfte sich nach starker Schwimmleistung an Luis heran und riss eine Lücke zur nachfolgenden Konkurrenz. Das deutsche Quartett überquerte lediglich vier Sekunden hinter dem Titelverteidiger Frankreich in einer Zeit von 1:20.22 Stunden die Ziellinie und holte damit überzeugend die Silbermedaille bei den Triathlon-Weltmeisterschaften im Mixed Team Relay. Der Abstand zu den Australiern auf Rang drei war mit über 20 Sekunden deutlich.

Bundestrainer ist begeistert

Von dem Ergebnis war neben Wernz auch der Bundestrainer begeistert: „Alle vier Athleten haben ein starkes Rennen abgeliefert“, sagte Faris Al-Sultan und fügte an: „Nur knapp hinter den so starken Franzosen zu sein, ist ein sehr respektables Ergebnis.“

Mit diesem Erfolg holt die Deutsche Triathlon Union (DTU) nicht nur WM-Silber mit der Staffel, sondern auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio scheint durch diese weiteren wichtigen Qualifikationspunkte in greifbarer Nähe zu sein. Der Bundestrainer bezeichnete den Erfolg in Hamburg mit Blick auf Tokio als „Meilenstein“. Der Staffel-Wettbewerb Mixed Relay gehört 2020 erstmalig zum Programm der Olympischen Spiele.

„Traum in Erfüllung gegangen“

Überhaupt bedeutete Wernz der WTS-Start in Hamburg viel: „Mit dieser Teilnahme ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Es war ein besonderes Ereignis in meiner Triathlonkarriere und ein Gänsehautmoment, vor heimischer Kulisse an den Start zu gehen und von den Fans so lautstark angefeuert zu werden“, beschrieb der 24-jährige Profi-Triathlet aus Tuttlingen abschließend seine Eindrücke aus Hamburg.

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