Uwe Fellensiek ist der Neue bei „Notruf Hafenkante“

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Deutsche Presse-Agentur

Seine Stimme ist rau, sein Auftreten zuweilen poltrig. So steht von diesem Donnerstag (19.25 Uhr) an der Neue auf der Türschwelle der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ und führt sich gleich hochdramatisch ein.

Auf eigene Faust sucht der Amateurboxer die am Tod seines Sparringspartners Schuldigen. „Aber so etwas ist eher untypisch für den Henning Storm“, meint Storm-Darsteller Uwe Fellensiek. „Er wird mehr der ruhende Pol sein, einer, der abwiegelt.“ So wie Fellensiek selbst bei seinen Vorstudien Hamburger Polizisten erlebt hatte, „mehr als Streetworker, die auch schon mal einer alten Dame in die Straßenbahn helfen und einem kleinen Bananendieb ohne großes Getue zur Ordnung rufen.“

Nach rund 100 Folgen „SK Kölsch“ für Sat.1 tritt der Schauspieler, Musiker, Autor und gelegentliche Kneipenwirt ein weiteres Mal in den TV-Polizeidienst, doch „anders als bei "SK Kölsch" geht es hier nicht um Mord und Totschlag.“ Aber ähnlich wie dort ist es auch hier um das Privatleben seines Polizisten eher mager bestellt. Zwar ist ihm schon bald die hübsche Ärztin Jasmin (Gerit Kling) nicht ganz gleichgültig, aber mit dem Küken „Franzi“ (Rhea Harder), an deren Seite er nun den ausgeschiedenen Frank Vockroth als „Boje“ ersetzt, wird ihn nicht mehr als väterliche Kollegialität verbinden.

Und damit geht es weiter mit der Donnerstagsserie, deren solide Einschaltquoten um die 14 Prozent Marktanteil das ZDF durchaus zufriedenstellen: Gerade ist bei der Studio Hamburg Produktion eine vierte Staffel in Auftrag gegeben, Fellensiek als neue Farbe im Polizistenensemble ist auf alle Fälle dabei. Nach längerer Drehpause, in der sich der 53-Jährige schreibend, reflektierend in sein Schlösschen in Belgien zurückgezogen hatte („Ich bin ja von meinem Naturell her mehr Landei als Stadtmensch“), nimmt er die „Notruf Hafenkante“-Verpflichtung als nahezu schicksalhaft: „Irgendwann musste es mal Hamburg sein, das wusste ich einfach.“

Und schon hatte er eine Tournee vorbereitet, mit Ringelnatz- Versen, anderen Seemannstexten und -liedern bis hin zu Hans Albers und seinem „La Paloma“, als ihn dieses Angebot in die Stadt holte, wo er mal als Seemann in die große weite Welt starten wollte: „Aber die wollten mich nicht. Für die war ich noch zu jung.“ Nun als Henning Storm muss er zwar an Land bleiben, darf aber doch Salzluft und Fischgeruch schnuppern. Und gleich auch, wie schon in „SK Kölsch“, als Polizist für etwas mehr Ordnung und Frieden in dieser Welt sorgen.

„Einmal Cop, immer Cop“, fügt er lachend hinzu. Fellensiek schreibt selbst an einer Krimiserie. Dessen Revier soll allerdings der Ruhrpott sein, „etwas in der Schimanski-Art“, nur mit einer Familie rundum. Hier Verbrecherjagd, dort familiäre Idylle: „Das macht die Sache erst richtig spannend.“ Den Kommissar will er natürlich selbst spielen: „Aber dessen Gegenspieler werden auch nicht ohne sein, aber hallo!“

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