USA und Russland wollen Piraten auch an Land jagen

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Deutsche Presse-Agentur

Russland und die USA wollen im Kampf gegen die Piraten vor der ostafrikanischen Küste künftig zusammenarbeiten.

Wie die russische Nachrichtenagentur Itars-Tass aus Lima berichtete, teilte das der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedew und dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush am Rande des Apec-Gipfels in der peruanischen Hauptstadt mit. Er kündigte eine gemeinsame Initiative zur Bekämpfung der zunehmenden Schiffsüberfälle vor der somalischen Küste an. Dabei dürfe sich das Vorgehen jedoch nicht nur auf die See beschränken, sondern müsse auch an Land erfolgen, sagte Lawrow weiter.

Beide Präsidenten hätten dem Thema bei ihrem kurzen Treffen besondere Aufmerksamkeit geschenkt, sagte Lawrow. Die künftige Zusammenarbeit solle sich sowohl auf das praktische Vorgehen gegen die Piraten als auch auf die juristischen Grundlagen dafür erstrecken. Medwedew und Bush seien sich der Bedeutung der russisch- amerikanischen Beziehungen für die Lösung weltweiter Probleme deutlich bewusst.

gestern hatten auch islamistische Rebellen in Somalia erklärt, sie wollten die Seeräuberei am Horn von Afrika bekämpfen. „Wir sind gegen Piraten“, sagte ein Sprecher der Aufständischen, Scheich Abdirahim Isse Adow, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

„Falls wir Piraten sichten, werden wir gegen sie vorgehen.“ Aktueller Anlass ist die spektakuläre Kaperung des saudischen Supertankers „Sirius Star“ vor einer Woche im Indischen Ozean. Das Schiff mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord liegt seit Dienstag vor dem somalischen Piratenschlupfwinkel Haradhere in der halbautonomen Region Puntland vor Anker.

Die Seeräuber sollen angeblich 25 Millionen Dollar Lösegeld verlangen. Der Tanker war den Piraten rund 830 Kilometer südöstlich des kenianischen Hafens Mombasa ins Netz gegangen - weit entfernt vom Golf von Aden vor Somalia.

Unterdessen haben somalische Piraten einen griechischen Tanker und seine 19-köpfige Besatzung freigelassen. Nach Angaben der griechischen Küstenwache vom Samstag handelte es sich um den 9000 Tonnen großen Tanker „Genious“. „Alle Besatzungsmitglieder sind frei. Ob die Reederei Lösegeld gezahlt hat, können wir nicht sagen.“

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) dringt unterdessen auf ein europäisches Mandat mit einer klaren Rechtsgrundlage für den Kampf gegen die Piraten vor der Küste Somalias. „Es muss ein robustes Mandat sein, das zur Abschreckung beiträgt und ein wirkungsvolles Handeln ermöglicht“, sagte Jung der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“). Damit könnte die deutsche Marine auch mit Waffengewalt gegen Piraten vorgehen.

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