Urteil zu Pendlerkosten: Kindergeldanspruch möglich

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Deutsche Presse-Agentur

Viele Eltern haben 2007 kein Kindergeld erhalten, weil ihr in einer Ausbildung befindliches Kind zu viel verdient hat. Denn wenn auf das Jahr gesehen nach dem Abzug von Werbungskosten mehr als 7680 Euro Einkommen unterm Strich standen, verfiel der Anspruch.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale könnten solche Eltern jetzt auch wieder einen Kindergeldanspruch haben, erläutert der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Denn wenn die Kinder mehr Kilometer als Werbungskosten abrechnen können, bleibt der Anspruch unter Umständen erhalten.

Voraussetzung für die nachträgliche Zahlung ist allerdings, dass die Eltern gegen den Kindergeldbescheid Einspruch eingelegt haben oder dass der Bescheid einen Vorläufigkeitsvermerk trägt. Dann prüft die Familienkasse laut BDL, ob durch die Berücksichtigung der Entfernungspauschale ab dem 1. Kilometer das Einkommen des Kindes unter die zulässige Verdienstgrenze sinkt. Die Auszahlung erfolge dann rückwirkend.

Allerdings sollten sich die meisten Eltern nicht allzu viele Hoffnungen machen. Denn nur die Fahrten zur regelmäßigen Arbeitsstätte waren von der gekürzten Pendlerpauschale betroffen - viele andere Fahrten konnten ohnehin mit den tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden, also vom ersten Kilometer an. Dazu gehören etwa Fahrten zur Berufsschule, zu einem Lehrgang oder zu Arbeitsgemeinschaften, zählt der BDL auf.

Wird das Kindergeld wieder gewährt, erhalten Eltern außerdem auch viele andere Vergünstigungen oder Förderungen wieder. Dazu gehören Kinderzulagen für Riester-Sparverträge oder der Kinderzuschlag bei der Eigenheimzulage.

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