Unternehmen in Salem wollen expandieren

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Über 100 Zuhörer sind ins Dorfgemeinschaftshaus Mimmenhausen gekommen, um sich über den Regionalplan zu informieren.
Über 100 Zuhörer sind ins Dorfgemeinschaftshaus Mimmenhausen gekommen, um sich über den Regionalplan zu informieren. (Foto: BW)
Brigitte Walters

Die Fraktionen von SPD, CDU und FDP im Salemer Gemeinderat haben sich zusammengetan, um die Bürger über den Inhalt zur Fortschreibung des Regionalplans zu informieren - und was dies für die eigene Gemeinde bedeutet. Über 100 Besucher waren ins Dorfgemeinschaftshaus Mimmenhausen gekommen, um die Experten zu hören. Das waren Wilfried Franke, Direktor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben, Wolfgang Heine, zuständig bei der IHK für Standortpolitik, Martin Blaser, Mitglied der APS-Geschäftsleitung und Ralf Bäuerle, Sprecher des Wirtschaftsforums Salem und Direktor der Sparkasse Salem-Heiligenberg.

Im Rahmen dieser Diskussion sollen Gruppen die Möglichkeit erhalten, sich zur Fortschreibung zu äußern, die bisher dazu noch keine Gelegenheit bekommen haben, erklärte Moderator Arnim Eglauer, SPD-Gemeinderat. Zudem sollen sich die Zuhörer umfassend über das Thema informieren können. Der Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans erhitzt die Gemüter in Salem. Besonders kritisiert wird die darin vorgeschlagene Vergrößerung des Gewerbegebietes in Neufrach um etwa 28 Hektar. Dadurch werde wertvolle landwirtschaftliche Fläche vernichtet und der Verkehr nehme deutlich zu, so zwei Gegenargumente.

Kurz und knapp erläuterte Wilfried Franke die gesetzlichen Grundlagen zur Fortschreibung des Planes. Dabei gelte es, die Entwicklung der 87 Kommunen des Verbandsgebietes bis zum Jahr 2035 vorauszusehen. Aufgrund der bisherigen Entwicklung solle Salem zum Unterzentrum aufgestuft werden. Anhand von Zahlen und Prognosen verdeutlichte er die Notwendigkeit der Ausweitung von Gewerbeflächen zur Schaffung von Wohnraum und um wirtschaftliches Wachstum und strukturellen Wandel zu ermöglichen.

Im Rahmen einer Standort-Umfrage haben vor zwei Jahren rund 20 Prozent der Salemer Unternehmen erklärt, dass sie Expansionspläne hätten, berichtete Wolfgang Heine. Wirtschaftliche Entwicklung brauche Raum. Nirgendwo sei das Wort „Flächenfraß“ so deplaziert wie in der Bodenseeregion. Die Fortschreibung beeinflusse verschiedene Bereiche in der Gemeinde, stellte Ralf Bäuerle fest – wie Landwirtschaft, Tourismus, Dienstleistungen und Handwerk. Für viele Unternehmen sei eine Erweiterung existenziell, wie auch für deren Arbeitnehmer.

APS expandiert erfolgreich

Wie eine Unternehmensentwicklung ablaufen kann, schilderte Martin Blaser. Die APS startete im Gewerbepark Salem, expandierte und bezog mit 60 Mitarbeitern einen Neubau in Neufrach. Inzwischen sind es 100 Mitarbeiter, die mit der Entwicklung und Fertigung von Leistungselektronik für die Raumfahrt beschäftigt sind. Über ein Drittel der Mitarbeiter wohnt in Salem.

In der anschließenden Diskussion hatte Wilfried Franke eine Fülle von Fragen zu beantworten. Dabei wurde das Wachstum von Bevölkerung und Gewerbe hinterfragt, ebenso wie der Erhalt von Frischluftzonen, der Schutz von Tieren und landwirtschaftlicher Fläche. Er wies darauf hin, dass es gewichtige Gegenargumente geben müsse. Nur ein „das wollen wir nicht“ reiche nicht aus. Wenn das Ziel erreicht werden solle, den Klimawandel zu begrenzen, bedürfe es großer Investitionen in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Mobilität, stellte Wolfgang Heine fest. Dieses Geld müsse erwirtschaftet werden. Er könne sich eine Weiterentwicklung in Salem vorstellen, ohne dass der Tourismus beeinträchtigt werde.

Zum Abschluss gab es dann noch einen kurzen Disput darüber, wie die Meinung der Bürger in die Stellungnahme der Gemeinde zur Fortschreibung des Regionalplans einfließen kann. Der Planungsentwurf wird im Juli öffentlich ausgelegt, kündigte Franke an, dann können die Bürger ihre Stellungnahme dazu abgeben.

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