Unsichere Zukunftsaussichten bei derzeit noch guter Geschäftslage

 Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben.
Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben. (Foto: IHK/Lorenz Bee)
Schwäbische.de

Die meisten Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben trotzen derzeit Lieferengpässen sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen, die sich aufgrund des Ukraine-Kriegs weiter verschärft haben, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Geschäftslagebeurteilung fällt aktuell noch gut aus – allerdings ist eine Eintrübung der Erwartungen bereits wahrnehmbar. Das zeugt von den enormen Unsicherheiten und Risiken, die die weitere Erholung nach der Coronakrise gefährden. Zu diesem Ergebnis kam die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) für das Frühjahr.

„Die konjunkturelle Lage hat sich seit Jahresbeginn in der Region sogar verbessert. Die Industrieunternehmen konnten trotz des Ukraine-Kriegs und dessen Folgen noch etwas zulegen. Gleichzeitig wirken die Lockerungen der Corona-Maßnahmen belebend auf den Umsatz im stationären Einzelhandel oder bei Dienstleistern wie der Gastronomie“, berichtet IHK-Präsident Martin Buck aus den aktuellen Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage vom April. Rund 55 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage darin als gut, etwa 35 Prozent als befriedigend, unverändert knapp zehn Prozent sehen sich in einer schlechten Geschäftslage.

Die momentan noch stabile Lage zeigt sich unter anderem darin, dass die Unternehmen ihre Beschäftigungspläne aktuell noch nicht nach unten korrigiert haben. Im Vergleich zur Vorumfrage im Januar fast unverändert suchen 25 Prozent von ihnen Personalverstärkung, 62 Prozent planen keine Änderung, 13 Prozent gehen von einer sinkenden Beschäftigtenzahl aus. Bei den Investitionen lässt sich eine leichte Zurückhaltung ablesen, aber immer noch 73 Prozent planen mit gleichbleibenden oder steigenden Investitionen. Hauptmotive sind dabei neben Ersatzinvestitionen auch Maßnahmen im Rahmen der Digitalisierung sowie zur Steigerung der Energieeffizienz.

Die Rahmenbedingungen insgesamt verschärfen sich allerdings zunehmend: Mittlerweile sehen rund 80 Prozent aller Unternehmen die Energiepreise als Hauptrisiko für ihre weitere Geschäftsentwicklung, die Rohstoffpreise liegen mit 70 Prozent der Nennungen auf Platz 2. Der Fachkräftemangel rückt angesichts dieser elementaren Risiken etwas zurück, er bleibt aber weiterhin mit 64 Prozent der Nennungen im Blick der Unternehmen. Auch die Sorge um die Arbeitskosten hat seit der vergangenen IHK-Umfrage merklich zugenommen (um rund 10 Prozentpunkte auf 47 Prozent der Nennungen). Angesichts dieser Risiken trüben sich die Erwartungen deutlich ein: Mit 22 Prozent überwiegen die positiven die negativen Erwartungen nur knapp. Die große Mehrheit von 57 Prozent der Betriebe ist aktuell der Meinung, dass die Geschäfte gleichbleibend weiterlaufen werden.

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