Unmut über Fernsehbilder von der Ski-WM

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Deutsche Presse-Agentur

Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften haben im Fernsehen wegen schlechter Bilder keinen guten Start erwischt. Bei den nationalen Sendeanstalten herrschte Unmut über das internationale Bildmaterial.

„Die Dynamik des Skirennsports ist nicht rübergekommen“, sagte der Programmchef des ARD-Teams in Val d'Isère, Christoph Netzel. Beim Super-G der Damen am Dienstag waren die Athletinnen für die TV-Zuschauer während längerer Passagen nur aus einiger Entfernung zu sehen gewesen. „Bei der Fahrt von Maria Riesch sah man 20 Sekunden lang eine kleine Rennläuferin irgendwo in einer weißen Winterlandschaft“, erklärte Netzel.

„Es gab zu viele Totalen und zu wenige Close ups, in denen der Zuschauer zum Beispiel erkennen kann, wie die Ski rattern und wie angespannt die Fahrerinnen sind - das macht aber die Würze eines guten Fernsehbildes aus“, sagte er. Auch der Internationale Skiverband FIS war nicht glücklich mit der Präsentation seines wichtigen Produktes. „Alle haben eingesehen, dass es noch nicht optimal war“, meinte Damen-Renndirektor Atle Skaardal.

Nach dem Rennen hätten die Sender bei der für die Produktion verantwortlichen TVRS bereits Besserung angemahnt, berichtete Netzel. Auch die bei Ski-Übertragung als führend geltenden Kollegen des österreichischen Fernsehens seien sehr unzufrieden gewesen. Mit im Schnitt 1,6 Millionen Zuschauern erreichte die ARD-Übertragung am Dienstag laut Netzel dennoch einen „sehr guten“ Marktanteil von 16,4 Prozent.

TVRS ist ein Tochterunternehmen von France Télévisions, das auf die Produktion von Übertragungen großer Sportereignisse spezialisiert ist. An den beiden WM-Hängen hat TVRS insgesamt 37 Kameras postiert. „Wir sind bereit für eine Produktion von höchstem Standard“, hatte der Wintersportchef der Vereinigung europäischer Fernsehsender (EBU), Ingolfur Hannesson, angekündigt. Die EBU besitzt die TV-Rechte an der WM.

Bereits beim Weltcup im vergangenen Dezember hatte es Kritik an der Übertragung aus Val d'Isère gegeben. „Das hat ausgesehen wie ein Computerspiel aus dem Jahr 1985“, hatte der norwegische Skirennfahrer Aksel Lund Svindal gemeint. „Da standen die Kameraleute auf irgendwelchen Türmen und zoomten wie wild durch die Gegend.“

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