Und alle singen: „Nel blu dipinto di blu“

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„Fliegen, o o, Singen oooo. In Blau, gemalt in Blau“ - Cantabile und der Piccolo Coro Mousike aus Castiglione bringen gemeinsam
„Fliegen, o o, Singen oooo. In Blau, gemalt in Blau“ - Cantabile und der Piccolo Coro Mousike aus Castiglione bringen gemeinsam den italienischen Hit „Volare“. (Foto: Bernd Guido Weber)
Bernd Guido Weber

Leutkirch - Öfter mal was Neues wagen: Das Kinderfestkonzert des Kammerchors Cantabile ist im letzten Jahr bestens angekommen, mit Gastsängern aus Bedarieux, einer munteren Unterhaltungscombo sowie französischem Wein und Spezialitäten. Dieses Jahr also ein italienischer Abend, eine „Serata italiana“. Mit kunstvollem Gesang von Cantabile, frischen Klängen des „Piccolo Coro Mousike“ aus Castiglione, bezaubernden kleinen Prinzessinen, hervorragendem heimischen Wein, kleinen kulinarischen Spezialitäten. Zum Abschluss bringen Cantabile und der Coro zusammen einen italienischen Superhit. „Volare, o o, cantare oooo. Nell blu dipinto di blu“. Klasse.

Der Cubus ist bis auf den letzten Platz besetzt, dicht gestuhlt. Monika Ruetz führt als Moderatorin durch den Abend, begrüßt die Gäste aus Castiglione und Bedarieux. Im Publikum sind Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle mit Gattin, Bürgermeisterin Christina Schnitzler sowie der Vizebürgermeister von Castiglione, Andrea Dara (Lega Nord). Und junges Blut, auch dank des Besuchs der italienischen Musikschule.

Cantabile betritt singend den Saal, „Viva la musica“ von Michael Praetorius. Es folgt ein feines Programm; Rameau, Fanny Hensel, Arcadelt, Donato. Besonders schön der zeitgenössische Daniel Elder mit einem Wiegenlied für Frauenchor, und die „Ballade to the moon“. So wird auch in Leutkirch der Mond gefeiert, der ja derzeit in allen Schlagzeilen ist. Stefan Deuschle leitet gewohnt souverän, mit hörbarer Freude, Anette Jakob macht am Flügel eine „bella figura“.

Wieder eine bemerkenswerte Leistung des Leutkircher Vorzeigechors, die deutsche Tradition des kunstvollen Chorgesangs auch mit italienischen und französischen Werken. Nur die Männerstimmen dürften etwas kräftiger erklingen. Der Schluss des Cantabile-Auftritts bringt Populäres: Drei Opernchöre von Giuseppe Verdi, darunter „Va, pensiero“ aus Nabucco. Und Moderatorin Ruetz verweist auf die spektakuläre Aufführung von „Rigoletto“ auf der Seebühne im nahen Bregenz.

Die musikalischen Gäste aus Castiglione unter der Leitung von Chiara Romano sind gut aufgestellt; Solistin Marta Giovanardi hat eine schöne Stimme, Laura Stuani spielt am Flügel schon sehr fortgeschritten, hat ein Stück des Katalanen Frederic Mompou ausgewählt. Dazu Rinaldo Baccolo an den Drums (versteckt sich leider etwas hinter dem Flügel), und Federico Giovanardi am Akkordeon. Schon gut, der Junge, er gibt auch drei Solostücke.

Blickpunkt sind aber die sieben Mädels, ganz in Weiß. „Funiculi, Funicula“, die neapolitanische Hymne, singen sie zu Beginn, später ein Stück von Lucio Dalla. „Oh Sole mio“ kommt natürlich gut an, noch besser „Nel blu dipinto di blu“. Der italienische Hit von Domenico Modugno aus dem Jahr 1958 ist weltweit bekannt, steht wie kein anderer Song für das italienische Lebensgefühl. Da stimmen denn auch die Sängerinnen und Sänger von Cantabile mit ein, gemeinsam bringen sie den Klassiker nach heftigem Applaus ein zweites Mal.

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