U 21-Coach Hrubesch voller Tatendrang

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Deutsche Presse-Agentur

Horst Hrubesch hat ein anstrengendes Jahr vor sich, doch der DFB-Coach scheut die Doppelbelastung als Trainer zweier Junioren-Nationalmannschaften nicht.

„Das Wichtigste ist, dass die Arbeit mit den jungen Teams Spaß macht. Ich glaube nicht, dass es Probleme gibt“, sagte der 57 Jahre alte Fußball-Lehrer, der im Juni die U 21 bei der Europameisterschaft in Schweden betreuen soll und im September mit der U 20 an der Weltmeisterschaft in Ägypten teilnimmt. „Wir haben das alles vorher in Gedanken schon durchgespielt. Wenn wir Ende März die Spiele mit der U 21 und U 20 haben, dann übernimmt die Betreuung der U 20 einer meiner Kollegen“, erklärte Hrubesch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Als Interimscoach hat der Europameister von 1980 die U 21 nach der Entlassung von Dieter Eilts bereits im letzten Testspiel gegen Italien (1:0) im November betreut. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erklärte daraufhin, dass Hrubesch aber nicht offizieller Trainer des Jahrgangs werde. „Er ist ein Typ und wir wissen, was wir an ihm haben“, befand Sammer, der auch wusste, dass Hrubesch jederzeit einspringen kann. „Das war schon vor meinem Urlaub im Januar alles abgesprochen. Für den Fall, dass es keine sofortige Lösung gegeben hätte, war klar, dass ich die Mannschaft bei der EM betreue“, sagte Hrubesch. Da er die Mannschaft kenne und zuletzt betreut habe, sei das auch eine „sinnvolle Lösung“, meinte der DFB-Trainer.

Hrubesch hatte bereits im Vorjahr mit dem Gewinn der U 19-Europameisterschaft die 16 Jahre andauernde Titel-Durststrecke des Verbandes beendet. Sammers Forderung nach weiteren Titeln im Juniorenbereich stößt bei Hrubesch auf offene Ohren. „Der EM-Gewinn mit der U 19 im Vorjahr kann keine Eintagsfliege gewesen sein. Unsere Jungs werden in allen Jahrgängen immer besser und haben Qualität. In diesem Jahr gibt es noch einige Möglichkeiten, Titel zu gewinnen“, meinte Hrubesch mit Blick auf die U 17-EM im Mai in Deutschland oder die U 20-WM in Ägypten im Herbst.     

Die Konzentration gilt zunächst der Vorbereitung auf die EM- Endrunde mit der U 21. In knapp drei Wochen steht das erste Testspiel in Irland an, Ende März noch zwei weitere Partien in Ahlen und Paderborn gegen eine Mannschaft aus dem Ostblock und eventuell Holland als Wunschgegner. „Gut, dass ich die letzten Spiele der U 21 gesehen habe, da hat man gesehen, dass es noch Baustellen gibt und wir uns verbessern müssen.“ Gegen Irland wird der Coach auf den bewährten Kader zurückgreifen. „In den weiteren Spielen wird sicherlich noch der eine oder andere Spieler hinzukommen“, sagte Hrubesch. Danach stehen noch zwei bis drei Lehrgänge auf dem Programm.     

Die weitere Planung wird Hrubesch zusammen mit Sammer und Bundestrainer Joachim Löw in den nächsten 14 Tagen auf den Weg bringen. Dabei geht es auch darum, ob Spieler wie der Mönchengladbacher Marko Marin für die A-Mannschaft berücksichtigt werden, oder die Junioren bei der EM unterstützen soll. Außerdem muss man sich auf Terminkollisionen für die neue U 21-Runde einstellen, da der Stuttgarter Rainer Adrion sein Amt erst am 1. Juli antritt. Und dann gilt es auch, die Vertragsverlängerung für Hrubesch anzustreben. Sein derzeitiger Kontrakt läuft nämlich am 30. Juni vor Beginn der U 20-WM aus. „Doch das ist soweit schon in trockenen Tüchern“, sagte Hrubesch.  

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