TWS-Gewinn verharrt auf Vorjahresniveau

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Bilanz-Pressekonferenz der TWS: Die Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm (rechts) und Helmut Hertle erläuterten die Geschäftszahl
Bilanz-Pressekonferenz der TWS: Die Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm (rechts) und Helmut Hertle erläuterten die Geschäftszahlen. (Foto: Felix Kästle)

Umsatz steigt, Gewinn stagniert. Auf diese knappe Formel lässt sich das Geschäftsjahr der Technischen Werke Schussental (TWS) zusammenfassen. Mit 3,3 Millionen Euro Gewinn lag der kommunale Energieversorger im Besitz der Stadtwerke Ravensburg und Weingarten sowie der EnBW im Schnitt der letzten beiden Jahre (2016: 3,5 Millionen Euro; 2015: 3,2 Millionen Euro). Vom Jahresüberschuss gehen 1,3 Millionen Euro in die Rücklage und zwei Millionen Euro an die Anteilseigner.

Wie TWS-Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm auf der Bilanzpressekonferenz sagte, stieg der Umsatz um 10,4 Prozent auf 144,4 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote betrug 41,8 Prozent, auch dank der Ausgabe von Genussrechten als Geldanlagen an Bürger und Institutionen, zum Beispiel Stiftungen: Die zweite Emission brachte noch einmal zehn Millionen Euro. Insgesamt halten 981 Bürger Anteile an den TWS, das Unternehmen hat alles in allem mehr als 30 Millionen Euro an Genussrechten ausgegeben. Das Geld stecken die TWS zum Großteil in Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, zuletzt in Bamberg. Noch im Mai soll der Windpark Kromberg in Betrieb genommen werden, in den die TWS 10 Millionen Euro investiert haben.

Das meiste Geld verdient der kommunale Energieversorger aber nach wie vor mit Gas. Mit 943,6 Millionen Kilowattstunden lag der Absatz auf Vorjahresniveau. Dabei gab es mehr Geschäftskunden und weniger Privatkunden. Der zweite Geldbringer ist Ökostrom. Mit 360,8 Millionen Kilowattstunden (Vorjahr: 293 Millionen kWh) steigerten die TWS den Absatz, indem 3450 neue Privatkunden gewonnen wurden. Der Absatz von Trinkwasser lag mit 4,4 Millionen Kubikmeter leicht über dem von 2016.

Neben Strom und Wasser setzen die TWS zunehmend auf Nahwärme. Wie berichtet, soll in der Ravensburger Innenstadt ein eigenes Netz aufgebaut werden, an das alle städtischen Gebäude und zusätzlich Privathaushalte angeschlossen werden. „Einen Anschlusszwang wird es aber definitiv nicht geben“ sagte Thiel-Böhm. Das Angebot soll für die Bürger so überzeugend werden, dass sie sich freiwillig dafür entscheiden. Nahwärme kann im Grunde an alle wassergebundenen Heizungssysteme angedockt werden. Also Haushalte, die derzeit mit Gas oder Öl heizen. TWS-Netz-Geschäftsführer Helmut Hertle glaubt, dass die ersten Kunden 2020 angeschlossen werden können, der Aufbau des Nahwärmenetzes bis hinein in die Unterstadt wird aber sicher ein Projekt für ein bis zwei Jahrzehnte. Eingerichtet haben die TWS Nahwärmenetze zuletzt in einem Wohnquartier in Kressbronn, in Weißenau und im Neubaugebiet Hofgut (Weststadt).

Für die Ravensburger Innenstadt mit ihren vielen denkmalgeschützten Gebäuden ist das System laut Thiel-Böhm nahezu ideal, um auf eine CO2-arme Beheizung umzusteigen, denn die schönen alten Fachwerkhäuser lassen sich aus optischen Gründen nicht dämmen, „und der Energieverbrauch ist nun mal, wie er ist“. Verlegen wollen die TWS die Leitungen, wenn ohnehin Tiefbauarbeiten anstehen, zum Beispiel zur Umgestaltung des Gespinstmarktes und des südlichen Marienplatzes.

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