Tuttlinger SFZ-Schüler erhalten Erfinderpreis

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 David Messmer (li.) und Samuel Dilger haben stellvertretend für das fünfköpfige Erfinderteam den Artur-Fischer-Erfinderpreis en
David Messmer (li.) und Samuel Dilger haben stellvertretend für das fünfköpfige Erfinderteam den Artur-Fischer-Erfinderpreis entgegen genommen.
Schwäbische Zeitung

Eine Gruppe Jugendlicher des Schülerforschungszentrums (SFZ) Tuttlingen sind mit dem 1. Platz des Artur-Fischer-Erfinderpreises ausgezeichnet worden.

Den mit 2000 Euro dotierten Preis der Kategorie Schülerwettbewerb nahmen David Messmer und Samuel Dilger stellvertretend für das fünfköpfige Erfinderteam im Haus der Wirtschaft in Stuttgart entgegen, wo sie ihre Erfindung, einen Zentrifugalabscheider für Gasblasen, zuvor präsentiert hatten.

Angefangen hatte alles mit einem SFZ-internen Innovationswettbewerb, den die Liebherr Hydraulikbagger GmbH aus Kirchdorf Anfang 2018 ausgeschrieben hatte. Die SFZ-Schüler sollten Ideen entwickeln, wie sich die Bildung von Dampfblasen in geschlossenen Kühlkreisläufen von Baumaschinen verhindern lasse, beziehungsweise wie einmal entstandene Gasblasen möglichst schnell aus dem System eliminiert werden könnten. Dieses als Kavitation bekannte physikalische Phänomen sorgt für großen Verschleiß und damit verbundene hohe Kosten am Kühlsystem von Baggern, Kränen und anderen Maschinen.

„Solche praxisnahen Auftragsforschungen motivieren die Schüler besonders stark“, sagt der Tuttlinger Standortleiter Manuel Vogel. „Die Jugendlichen sehen, dass die Industrie ehrliches Interesse an ihren Ideen zeigt, auch, oder besonders dann, wenn diese mutig und unkonventionell sind.“

Erfindung löst ein „altes“ Problem

Ein fünfköpfiges Team aus Samuel Dilger, David Meßmer, Jan Zeller, Andre Merkel und Vinzenz Dreher (alle von der Ferdinand von Steinbeis Schule) hatte daraufhin am SFZ Tuttlingen einen Zentrifugalabscheider für die entstehenden Gasblasen entwickelt, der sich unkompliziert und kostengünstig in den Kühlkreislauf integrieren ließe, und zur Präsentationsrunde im Dezember 2018 bereits einen Prototyp aus dem 3D-Drucker präsentiert. Die Liebherr-Ingenieure zeigten sich begeistert und vergaben den ersten Preis des Wettbewerbs, an dem sich sechs Teams aus fünf SFZ-Standorten beteiligt hatten, an die Tuttlinger Nachwuchsingenieure.

Dass die Erfindung der Tuttlinger SFZ-Schüler tatsächlich die Lösung eines „alten Problems“ sein könnte, zeigt nun auch der erste Preis des Artur Fischer-Erfinderwettbewerbs. „Die Konkurrenz war beeindruckend stark. Unter anderem waren Bundessieger anderer Wettbewerbe am Start und ich habe, um ehrlich zu sein, nicht mit dem Preis gerechnet“, sagt Manuel Vogel. „Umso größer war die Freude über diese große Ehre für unsere Schüler.“

Der Artur Fischer-Erfinderpreis wird aller zwei Jahre an private Erfinder und, im Rahmen eines Schülerwettbewerbs, auch an einzelne Schüler und Schülergruppen verliehen. Die Erfindungen werden durch eine Jury beurteilt. Bewertet werden Kreativität, Teamgeist und der Nutzen der Erfindung. Neben der Anerkennung der erfinderischen Leistung, bekommen die Tüftler auch die Gelegenheit, sich untereinander und mit Unternehmen auszutauschen.

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