Tuberkulose: Gefahr trotz fehlender Impfung gering

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Deutsche Presse-Agentur

Auslandsreisende haben nur ein geringes Risiko, sich mit Tuberkulose (Tbc) anzustecken. Das gelte auch, obwohl deutsche Touristen sich in großer Zahl in Risikogebieten aufhalten und es bisher keinen Impfschutz gibt.

Das sagt Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Allerdings sollten Urlauber sogenannte Hochrisikokontakte vermeiden. „Sie sollten beispielsweise nicht in ein Township in Südafrika oder ein Gefängnis in Moskau gehen“, sagt der Reisemediziner. Orte wie diese, an denen Tbc grassiert, gehörten aber ohnehin nicht zu den üblichen Touristenzielen.

Die meisten deutschen Touristen hätten ein ausreichend starkes Immunsystem, um Tbc-Erreger abzuwehren, sagte Jelinek. „Das tötet die Bakterien, ohne dass Sie die Infektion überhaupt bemerken.“ Die geringe Gefahr einer Erkrankung dokumentieren auch die wenigen, seit Jahren rückläufigen Tbc-Erkrankungen. Die aktuellen Zahlen hatte das Robert-Koch-Institut in Berlin anlässlich des Welttuberkulosetags (24. März) veröffentlicht. Demnach wurden 2007 in Deutschland 5020 Tbc-Fälle registriert, im Jahr davor waren es 5382.

Grundsätzlich sei es schwierig, einer Tbc-Ansteckung vorzubeugen, weil die Erreger durch Tröpfcheninfektion verbreitet werden, erklärte Jelinek. „Das ist das Tückische, Sie können mit irgendjemandem auf der Straße reden und dabei die Bakterien einatmen.“ Das Tragen einer Atemschutzmaske könne er nicht empfehlen. Die sogenannten chirurgischen Masken aus Papier seien sogar eher schädlich. „Sie atmen weiter alles ein, werden aber beim Ausatmen behindert und so die Erreger nicht wieder los“, sagte der Reisemediziner. Partikeldichte Masken aus Kunststoff würden die Luft zwar filtern, seien aber sehr unangenehm zu tragen: „Damit können Sie nicht reisen.“

Zu dem Tbc-Risiko-Regionen gehört Jelinek zufolge in erster Linie das südliche Afrika, wo die Fallzahlen sehr hoch liegen und in den vergangenen Jahren dramatisch angestiegen sind. In Botsuana seien rund 40 Prozent der Bevölkerung infiziert. Der Grund dafür sei unter anderem die hohe Rate an HIV-Erkrankungen. Auch in Osteuropa, vor allem in Russland, sei Tbc weit verbreitet. Betroffen sind dort oft Alkoholkranke, deren Immunsystem geschwächt ist.

Wer nach der Rückkehr von einer Reise Anzeichen einer Tuberkulose-Erkrankung bemerkt, sollte sich sofort von einem Arzt untersuchen lassen, sagte Jelinek. Zu den typischen Tbc-Symptomen gehören Husten, Fieber, Nachtschweiß und Leistungsschwäche.

Centrum für Reisemedizin: www.crm.de

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