Trickbetrüger beißen bei Senioren häufiger auf Granit

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Deutsche Presse-Agentur

Alte Menschen machen es Trickbetrügern, Handtaschendieben und anderen Kriminellen nach Einschätzung der Polizei deutlich schwerer als früher. „Die Senioren von heute sind fitter und aktiver und wollen keine hilflosen Opfer mehr sein.“

Das sagte der Seniorenberater bei der Polizei Düsseldorf, Lutz Türk. Der Kriminalhauptkommissar vermittelt in kostenlosen Kursen Tipps und Tricks zum Selbstschutz. „Die alten Menschen sind heute viel weniger ängstlich und nehmen erarbeitete Verhaltensweisen gut an.“ Am häufigsten wollen Betrüger alte Menschen mit dem sogenannten Enkeltrick und all seinen Varianten um ihr Geld bringen. Bei der Masche gaukeln die Gauner dem Opfer vor, ein Verwandter sei in Not und schicke einen Boten zum Geldabholen. „Etwas wirklich Neues ist den Ganoven nicht eingefallen.“

„Spitzenreiter“ unter den Senioren-Delikten ist - wenn auch mit abnehmender Tendenz - der Handtaschenraub, gefolgt von Taschendiebstahl sowie Trickdiebstahl und Trickbetrug in der Wohnung. Türk ergänzt: „Man kann unterstellen, dass manche Einbrecher sich auf Wohnungen Älterer spezialisiert haben, weil sie hier immer noch den Sparstrumpf oder die gut gefüllte Schmuckkassette vermuten.“

In den Kursen wird auch das Sicherheitsgefühl der Teilnehmer gestärkt: „Wenn wir fragen, wie viele der rund 85 000 in Düsseldorf lebenden Frauen über 65 in einem Jahr Opfer eines Handtaschenraubs wurden, reichen die Schätzungen der Teilnehmer von 500 bis über 40 000“, sagt der Hauptkommissar, „tatsächlich sind es 30 angezeigte Delikte plus eine Dunkelziffer von vielleicht 100 weiteren Taten“ Brutalität bei Überfällen auf Senioren sei verschwindend gering: „Diese Fälle erregen natürlich das meiste Aufsehen.“

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