Traum von der Theater-Karriere im Jugendclub U21

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Deutsche Presse-Agentur

Sie gehen ganz schnell im Kreis umher, dann - exakt auf Kommando - konzentriert, Körper und Bewegung kontrolliert, die Muskeln angespannt. Der Gesichtsausdruck ist ernst, konzentriert und aufmerksam.

Es ist Winter-Spielzeit am Theater. Während die Profis unten auf der großen Bühne im Rampenlicht stehen, macht der Nachwuchs im engen Balettübungssaal im vierten Stock des Theaters Aachen die ersten Schritte, schnuppert Theaterluft und träumt, einmal unten auf der großen Bühne zu stehen.

Es ist Montag. Die 35 Teenies sind Mitglieder des Jugendclubs U21 am Theater Aachen. Mit dem Projekt wollen die professionellen Theatermacher Jugendliche fürs Theater begeistern und sie auch als Zuschauer gewinnen. Die Ambitionen sind enorm: Fast jeder Zweite weiß schon jetzt, dass er einmal Schauspieler werden möchte. „Wir werden ja schon mit 'Deutschland sucht den Superstar' und all den Wettbewerben im Fernsehen groß. Da kommt man schnell auf die Idee, auch ein Star sein zu wollen„, gibt Pia Dautzenberg einen kleinen Einblick in Hoffnungen und Wünsche.

Club- und Übungsleiter ist der Schauspieler Frederik Jan Hofmann. Wenn er seine Anweisungen gibt, sind die Teenies voll bei der Sache. An diesem Abend übt er mit den Jugendlichen Improvisationstheater. „Schließt die Augen und folgt der Stimme eures Partners„. In dem einsetzenden Gemurmel bewegen sich die Paare kreuz und quer durch den engen Raum.

Selbsterfahrung, Freude an der Darstellung und konkrete Berufspläne sind Antriebsfedern. „Man lernt sich hier selbst kennen„, sagt Pia Dautzenberg. Auch die 15-Jährige weiß schon jetzt, was sie später machen will: „Musical oder Schauspielerei!“ sagt sie sehr bestimmt. „Es macht einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen und etwas zu spielen„, sagt auch der 16-jährige Max Bartetzko, einer von sechs Jungen.

Jetzt proben sie echte Improvisationen: Einer gibt eine Bewegung vor, der andere nimmt die Idee auf und interpretiert sie in einer neuen Bewegung. Der Nächste schließt sich an. Am Ende bewegen sich 15 junge Leute, harmonisch und doch grundverschieden. „Stopp Leute, das geht so gar nicht“, unterbricht Hofmann energisch den zweiten Durchlauf. Der Rhythmus stimmte nicht, die Grundbewegung war nicht exakt - eigentlich war alles falsch. Trotzdem: Es gibt kein Murren, niemand ist beleidigt.

Ende Januar kommt die Stunde der Wahrheit. Dann gibt es das erste Casting. Jeder wird zeigen, was er kann. Es geht um die erste Rolle. 15 Teenies dürfen in einem richtigen Theaterstück mitspielen. Im Mai ist Premiere. Trotzdem bleiben die Jungdarsteller locker. Sie lachen, stöhnen, schweigen und haben unverkennbar Spaß an der Theaterarbeit. Sie spendieren ihre Freizeit, verpassen kaum ein Treffen und träumen von der großen Karriere und davon, dass sie unten auf der großen Bühne gefeiert werden.

Theater Aachen: www.theater-aachen.de

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