Transfer-Bilanz des HSV: Volltreffer Petric

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Deutsche Presse-Agentur

Vier Monate nach dem Investitions-Feuerwerk von rund 28 Millionen Euro in den Kader fällt die Transfer-Bilanz des Hamburger SV zur Winterpause durchwachsen aus.

Nie zuvor in seiner Geschichte hat der hanseatische Fußball-Bundesligist mehr Geld für Spielereinkäufe ausgegeben als in dieser Saison. Von den sechs neu verpflichteten Profis erwies sich bislang allerdings nur einer als Volltreffer. „Mladen Petric hat eingeschlagen wie eine Bombe“, rühmt Trainer Martin Jol seinen Torjäger.

Bei den teuren Transfers (Petric, Thiago Neves, Alex Silva, Marcell Jansen) steht für Jol ein dickes Plus unterm Strich. „Drei von vier haben sich gut gemacht. Das ist nicht immer so“, sagt der Niederländer - und sieht damit die Lage positiver als mancher Beobachter. Hinzu kommen die preiswerteren Talente Jonathan Pitroipa (ablösefrei) und Dennis Aogo (1,5 Millionen Euro) vom SC Freiburg, die mehrfach ihre Qualitäten nachwiesen. „Aogo ist ein Vorbild für neue Spieler, die nicht gesetzt sind. Er hat sich durchgebissen. Großartig“, lobt Sportchef Dietmar Beiersdorfer den 21 Jahre alten Abwehrakteur.

Acht Tore in der Bundesliga, dazu vier im UEFA-Cup und zwei im DFB-Pokal - Petric hat sich für den HSV als Glücksfall und Punkte- Retter erwiesen. Seine Bundesliga-Treffer waren immerhin 13 Zähler wert. „Wenn er eine Chance bekommt, dann ist es fast immer ein Tor“, schwärmt Jol. Das Geschäft mit der Dortmunder Borussia, die für den 27 Jahre alten Kroaten 4,8 Millionen Euro plus den in Hamburg glücklosen Mohamed Zidan erhielt, war die zweifellos Beiersdorfers beste Transfer-Aktion.

Den krassen Gegensatz zu Petric verkörpert Thiago Neves. Als Ersatz für den zu Real Madrid abgewanderten Spiellenker und Vollstrecker Rafael van der Vaart für 6,5 Millionen Euro von Fluminense Rio de Janeiro verpflichtet, fristet der Brasilianer bisher ein Schatten-Dasein. Bei den wenigen Einsätzen lief das Spiel an ihm vorbei. Der Nationalspieler braucht wesentlich länger als Landsmann Alex Silva, um in Deutschland und der Bundesliga Fuß zu fassen. „Wir machen uns ein bisschen Sorgen“, gesteht Beiersdorfer. Derweil drangen bereits Begehrlichkeiten aus Brasilien zum HSV vor. Fluminense würde ihn auch gern zurücknehmen, heißt es. „Das steht überhaupt nicht zur Debatte“, entgegnet Beiersdorfer.

Auf dem Sprung zum Edel-Profi ist der Brasilianer Alex Silva. Der für 6,2 Millionen Euro vom FC Sao Paolo geholte Abwehrspieler findet sich im defensiven Mittelfeld des HSV immer besser zurecht. „Er hat das hervorragend gemacht, ist fast ein Führungsspieler geworden“, so Beiersdorfer. Davon ist Jansen noch ein gewaltiges Stück entfernt. Der Nationalspieler, für den die Hamburger üppige acht Millionen Euro an Rekordmeister FC Bayern überweisen mussten, lässt seine Qualitäten nur ahnen. „Er war bisher nicht in der körperlichen Verfassung, gut Fußball zu spielen“, entschuldigt der HSV-Sportchef den 23-Jährigen und betont überzeugt: „Um ihn machen wir uns aber keine Sorgen.“

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