Die mangelnde Defensivarbeit der Schwenninger Wild Wings (Marcel Kurth/links) gegen den ERC Ingolstadt ärgerte Trainer Paul Thom
Die mangelnde Defensivarbeit der Schwenninger Wild Wings (Marcel Kurth/links) gegen den ERC Ingolstadt ärgerte Trainer Paul Thompson. Vor dem Spiel am Donnerstag bei den Kölner Haien hat er seinen Spielern Konsequenzen angedroht. Etablierte Akteure könnten auf der Tribüne sitzen. (Foto: Dieter Reinhardt)
Heinz Wittmann

Die Niederlagen vom Wochenende können Konsequenzen haben. Trainer Paul Thompson droht selbst etablierten Akteuren der Schwenninger Wild Wings mit der Tribüne. „23 Mann sind fit, 21 dürfen spielen. Es herrscht die Konkurrenz, die ich mir wünsche“, sagt er vor dem Spiel bei den Kölner Haien (Donnerstag, 19.30 Uhr). Am Sonntag (14 Uhr) trifft der SERC auf die Fischtown Pinguins Bremerhaven.

Dem 2:5 in Iserlohn folgte das 3:4 gegen Ingolstadt. Beide Male hatten die Wild Wings entgegen den Vorgaben von Thompson zu offen agiert. Gegen Augsburg (3:6) wurden mit schlampiger Arbeit in der Defensive Führungen leichtfertig verspielt. Nach drei Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen – dazwischen gab es das 4:0 im Derby gegen Mannheim – fielen die Wild Wings auf den letzten Platz zurück. Ein Trost gibt es: Siegen die Schwäne in dem vorgezogenen Spiel in der Domstadt, würden sie den Schlussrang zumindest vorläufig an die Grizzlys Wolfsburg abgeben.

Thompson ärgert sich über nicht beachtete Vorgaben

Doch die Haie müssen erst einmal bezwungen werden. Die Truppe von Trainer Peter Draisaitl scheint, in Schwung gekommen zu sein. Zuletzt gab es drei Siege in Serie. Dabei können sich die Haie im Tor nicht nur auf ihren schwedischen Ausnahmekeeper Gustaf Wesslau verlassen. Der 23-jährige deutsche Schlussmann Hannibal Weitzmann zeigte gegen Nürnberg (4:1) eine starke Vorstellung. Die Rheinländer kletterten mit 42 Zählern aus 25 Partien auf den fünften Platz. Gegen Schwenningen soll Nationalstürmer Frederik Tiffels nach überstandener Oberschenkelverletzung sein Debüt im Haie-Trikot geben. Topscorer der Kölner ist der Kanadier Jason Akeson mit 20 Punkten (sieben Tore/13 Assists). Felix Schütz bringt es immerhin auf 16 Zähler (sechs Treffer/zehn Beihilfen). An diese Werte kommen die besten Schwenninger Scorer nicht heran. Der Finne Ville Korhonen schaffte bislang 15 Punkte (fünf Tore/zehn Vorlagen) und der Franzose Anthony Rech zwölf (acht Treffer/vier Assists).

Schon gegen Köln fordert Thompson, dass sich seine Mannschaft wieder an das verordnete Spielsystem hält. „Wir hatten ein längeres Meeting. Vor allem die letzten vier Minuten gegen Ingolstadt haben mich geärgert. Die Spieler müssen die besprochenen Vorgaben einhalten. Es kann nicht sein, dass plötzlich einzelne Spieler nicht mehr defensiv arbeiten und der Gegner so zu Überzahlsituationen kommt“, erläuterte Thompson. Und SERC-Kapitän Simon Danner ergänzt: „Wir haben nach der Niederlage Klartext gesprochen. Wir müssen unser Stellungsspiel verbessern.“

Strahlmeier steht im Tor, Wölfl ist weiter verletzt

Thompson droht nun etablierten Spielern mit der Tribüne. Zu den Pressevertretern sagte der Engländer: „Sie werden sich wundern, wer in Köln draußen bleibt.“ Schon die gesamte Saison bleiben Verteidiger Jussi Timonen und Stürmer Philip McRae unter den Erwartungen. Die Sorge, nicht spielen zu dürfen, braucht sich Dustin Strahlmeier nicht machen. Die Schwenninger Nummer eins wird in Köln den Kasten hüten. Marco Wölfl fällt zumindest am Donnerstag wegen einer Unterkörperverletzung aus, für ihn fährt der junge Luis Benzing als Ersatztorwart mit in die Domstadt.

Stürmerneuzugang Vili Sopanen, der vereinbarungsgemäß gegen seinen Ex-Klub ERC Ingolstadt aussetzte, ist jetzt wieder an Bord. „Mit dem ersten Spiel in Iserlohn war ich nicht so zufrieden. Ich hatte mit dem Team aber auch noch nicht trainiert. Ich hoffe, es wird in Köln besser.“ Der 31-jährige Finne sagt weiter: „Wir brauchen in unserer Situation unbedingt Siege. Man kann in Köln gewinnen. Ich habe dort mit Ingolstadt 2:1 gesiegt.“ Die Schwenninger waren in dieser Saison auch schon einmal in Köln zu Gast, unterlagen im Oktober aber 1:3.

Am Sonntag geben die Fischtown Pinguins Bremerhaven ihre Visitenkarte am Neckarursprung ab. Die Mannen von der Weser haben sechs der vergangenen sieben Spiele gewonnen. Am vergangenen Wochenende hatte die Truppe von Trainer Thomas Popiesch dieselben Gegner wie die Wild Wings. Sie siegten in Ingolstadt 4:2 und daheim gegen Iserlohn 4:1. Besonders gut drauf sind derzeit Stürmer Chad Nehring und Verteidiger Nicholas Jensen, die beide am vergangenen Wochenende jeweils fünf Punkte scorten. Topscorer bei den Fischtown Pinguins ist aber der Slowene Jan Urbas mit 23 Punkten (zehn Tore/13 Assists). Die Bremerhavener waren in dieser Saison schon einmal in Schwenningen zu Gast, sie siegten Mitte Oktober mit nur 15 Feldspielern und ohne einen einzigen in Deutschland geborenen Akteur 3:2. Für die Partie gegen Bremerhaven waren laut Wild-Wings-Pressesprecher Oliver Bauer bis Mittwochmittag 2700 Tickets verkauft. Die Schwenninger rechnen mit mindestens 3500 Zuschauern.

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