Tradition und Moderne in heiterer Gemeinschaft

Lesedauer: 5 Min
 Fünf Kowalskis zeigen akrobatische Glanzpunkte.
Fünf Kowalskis zeigen akrobatische Glanzpunkte. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Musikkapelle, Bussaweible, Fanfaren, Schalmeien und Männerballett gehören neben dem Unilo zu den bewährten Säulen des Unlinger Bürgerballs. Die Vielzahl jugendlicher Akteure mit akrobatischen Leistungen und die Ideenvielfalt im Sketchbereich zeigten eine gute generationenübergreifende Verbindung vieler Talente. Die Zuhörer in der Festhalle fühlten sich gut unterhalten.

Der traditionsgemäße Einzug der Musikkapelle, dieses Jahr mit Christine Schmid an der Spitze, gehört mit Marsch und Walzer zum Auftakt des alljährlichen Bürgerballs der Narrenzunft. Der Bussaweiblestanz der 12 stets adrett gekleideten Bussaweible mit Denise Gräuter bietet danach stets einen Augenschmaus, vor allem, wenn sie den Storch in ihre Mitte nehmen.

Nach drei kräftigen Bussaweible-Rufen begrüßte Zunftmeister Rolf Schneider neben befreundeten Zünften insbesonders Bürgermeister Erwin Hölz, Ehrenbürger Richard Mück und Diakon Mayer. Danach führte als Engele Zunftmeisterin Sybille Selig durch das unterhaltsame Programm.

Nach ihrer Premiere 2018 heimsten Annika und Lara, Pia, Jule und Leni in diesem Jahr als die „Fünf Kovalskis” im Alter von acht bis 15 Jahren reichen Szenenapplaus ein. Flott, gelenkig auf Bodenmatte und Trampolin mit akrobatischen Glanzpunkten sorgten sie für eine jugendliche Pogrammerweiterung.

Als alte Männer hofften Jonathan, Tobias und Samuel von der Schalmeienjugend, dass keiner von ihnen Alzheimer oder Parkinson haben könnte. Doch wie ist das, wenn man ein Eis holen wollte oder dafür Pommes mitbringt? Nicht weniger spannend die Frage mit Andy, Vanessa und den beiden Peters, was wäre, wenn die Tanja aus Saarbrücken auf dem Chefsessel im Unlinger Rathaus sitzen würde. Da kämen Probleme auf, wenn man die Uigendorfer Bude mit einer Pute verwechseln oder beim Biber am Uigendorfer Stadtsee einen Fisch gegen einen Bibermantel tauschen wollte.

Mit gewohnt mehrstimmig strahlenden Klängen und präzisem Rhythmus bereicherte der Fanfarenzug mit Armin Sprissler das Programm als Hinführung zu Andrea Klaus, die als Unilo das Unlinger Dorfgeschehen unter die Lupe nahm. Sauber gereimt stellte sie fest, dass es bei Unlingens Narren wohl nur noch flüssige Nahrung gibt. Danach ging sie der Frage nach, wo eigentlich der überflüssige Unlinger Blitzer geblieben sei. Manche wollten schon jetzt ein Narrenzelt aufbauen, obwohl das Ringtreffen erst 2020 stattfinde. Dafür gebe es neben dem Affenzirkus mit dem Datenschutz in Unlingen einen Ableger des Glöckners von Notre Dame. Weißer Rauch aus dem Rathauskamin habe verkündet: „Habemus Papam“, doch ebenso wichtig: Der Riedlinger Gole wohnt in Unlingen. Und übrigens: „Des Gehirn isch koi Soif, es wird besser, wenn mr es benutzt!“

„Ich bin krank von den Schmerzen, die mei Ma hot“ jammerte Barbara, als sie mit Frank und Christoph einem Arztbesuch beiwohnte. Der Gatte schleppte zwar einen überlangen Blinddarm mit sich herum, was in einem ulkigem Schattenspiel demonstriert wurde: „Ihr Mann ist gesund, doch bei Ihnen, liebe Frau, ist er natürlich krank.“

Marlene Rehm und Christine Rettich hatten das Männerballett der Hexaverbrenner um sich geschart und mit 13 Akteuren eine melodie- und rhythmusbetonte Show einstudiert, reich an Figuren, fesch anzusehen, die das Publikum ansteckte.

Als Engel und Teufel zu dunklen Glockenschlägen zeigte sich die Schalmeienkapelle unter Bernd Schönle aufs Neue mit ihrem flexibel dominanten Schlagzeuger in der Mitte von ihrer melodisch angenehmen Seite. Sie beschloss den unterhaltsamen Bürgerball, der auf verlässlichen Säulen ruhte und von jugendlichen Akteuren positiv bereichert wurde.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen