Tollwut-Alarm auf Bali - Behörden töten Hunde

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Deutsche Presse-Agentur

Auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind nach mehreren Tollwutfällen am Montag 30 streunende Hunde getötet worden. Damit stieg die Zahl der getöteten Tiere seit Beginn der Aktion am 9. Februar auf 112 Hunde, teilte die Landwirtschaftsbehörde in der Hauptstadt Denpasar mit. Nach ihren Angaben ist seit September ein Mensch mit Sicherheit an Tollwut gestorben, bei fünf weiteren Todesfällen vermuten die Behörden ebenfalls Tollwut. Länder wie die USA, Australien und Großbritannien haben bereits Reisewarnungen für Bali verhängt.

Tierschützer wie die Yudistrira-Stiftung kritisieren die Tötungsmethoden: Hundefänger setzten Giftpfeile oder vergiftetes Fressen ein. „Wir wollen, dass Methoden angewendet werden, die den Tieren keine Schmerzen verursachen“, sagte Wayan Mudiarta. Der Leiter der Behörde, Ida Bagus Alit, wies Vorwürfe der Grausamkeit zurück. „Wir töten nur Hunde, die ausgesetzt wurden oder herumstreunen und die Touristen und Einwohner bedrohen.“

Auf Bali gibt es nach Schätzungen 230 000 Hunde. Nur ein Drittel davon sind Haustiere. 37 000 Hunde wurden seit September geimpft. Die Insel war bis vergangenes Jahr zehn Jahre tollwutfrei gewesen. Mindestens 534 Menschen wurden in diesem Jahr nach offiziellen Angaben bereits von Hunden gebissen - die Behörden fürchteten ein Desaster auf der Insel, die auf den Tourismus angewiesen ist. Die Bevölkerung begrüße die strikten Maßnahmen, sagte Ida.

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